Weiserfläche

SG WF-2-10 Ibenkopf

  • Höhenstufen
Legende layer legend img layer legend img layer legend img layer legend img layer legend img
Halte die Taste "⌘" bzw. CTRL beim Scrollen gedrückt, um die Karte zu vergrössern.
Gemeinde
Wartau (SG)
Ort
Leroos
Zentrumskoordinaten
2753340 / 1216688
Höhe
922 m
Höhenstufe
Tannen-Buchenwälder der obermontanen Stufe
Standorttypen
18M Typischer Karbonat-Tannen-Buchenwald NaiS 2A NaiS 2B Tree App
Naturgefahren
Rutschungen, Erosion, Murgänge NaiS 1
Kontakt
Julian Chariatte
julian.chariatte@sg.ch
Zusammenfassung
Einrichtungsdatum
18.05.2009
Status
aktiv
Wirkungsanalyse
24.05.2022
Gründe / Fragestellungen bei Einrichtung

Repräsentativ für Tannen-Buchenwälder, 18M, 12*, 11

Methoden Beobachtung bei Einrichtung

Vollkluppierung

Anpassungen Fragestellungen und Beobachtungssetting

Fragestellung wird angepasst:

  • Wie gelingt die Bewirtschaftung nach dem Dauerwald-Prinzip im Seilkrangelände mit den aktuellen Herausforderungen

  • Wie entwickelt sich die Verjüngungssituation vor dem Hintergrund der Entmischung durch den sehr grossen Schalenwildeinfluss in Verbindung mit dem Klimawandel?

Zentrale Erkenntnisse

Die Bewirtschaftung der Weiserfläche erfolgte konsequent nach dem Dauerwaldprinzip mit einem Zielvorrat von 350 fm/ha und regelmässigen Eingriffen im geplanten Turnus. Waldbaulich wurden die Vorgaben NaiS-konform umgesetzt. Die Verjüngungssituation ist jedoch kritisch. Während die Buche bereits Aufwuchs zeigt, tritt die Tanne nur als Ansamung auf, und Bergahorn fehlt im Aufwuchs vollständig. Grund dafür ist der sehr hohe Schalenwilddruck, wobei Reh ganzjährig und Hirsch zunehmend auch im Sommer präsent sind. Dies führt zu einer fortschreitenden Entmischung der Verjüngung und einem mittelfristigen Anstieg des Buchenanteils auf 50–70 %. Gleichzeitig wird die Fichte voraussichtlich durch den Klimawandel kurz- bis mittelfristig weitgehend ausfallen.

Die bestehenden NaiS-Vorgaben können eingehalten werden, waldbaulich sind keine Anpassungen erforderlich, die Grenzen des Machbaren werden jedoch durch die hohe Wilddichte bestimmt. Für eine langfristig NaiS-konforme Entwicklung sind daher zentrale Massnahmen notwendig: eine deutliche Reduktion der Wilddichten, die konsequente Einhaltung der Eingriffsturni (8–10 Jahre bodengestützt, 12–15 Jahre seilgestützt), übergangsweise Wildschutzmassnahmen sowie die gezielte Förderung von Tanne und Bergahorn zur Sicherung von Mischung, Struktur und Schutzwirkung.

Die Erkenntnisse sind auf vergleichbare Schutzwälder in ähnlichen Höhenlagen übertragbar, insbesondere in Bezug auf Wilddruck, Eingriffsturni und Baumartenmix. Die Situation verdeutlicht, dass eine erfolgreiche Umsetzung des Dauerwaldprinzips nur durch koordinierte waldbauliche und jagdliche Massnahmen unter Berücksichtigung des Klimawandels erreicht werden kann.

Chronologie

18.05.2009: Einrichtung

Gründe für und Fragestellungen

Repräsentativ für Tannen-Buchenwälder, 18M, 12*, 11


Methoden Beobachtung

Vollkluppierung


Fotostandorte

1.1.jpg 2.1.jpg
18.05.2009: Beobachtung / Zwischenbegehung

Beobachtungen

Vollkluppierung


07.07.2017: Beobachtung / Zwischenbegehung

Beobachtungen

Vollkluppierung


08.06.2022: Beobachtung / Zwischenbegehung

Beobachtungen

Zweite Fotoserie


Fotostandorte

img_0579.jpg img_0581.jpg dji_0832.jpg
24.05.2022: Wirkungsanalyse

Beobachtungen

Mischung
Fichte ist alters- + standortsbedingt schlagreif

Stabilitätsträger
Ta Kronenlängen haben sich positiv entwickelt; Fi eher negativ

Verjüngung, An- + Aufwuchs
Ta meist nur als Ansamung und kaum vorhanden im Anwuchs; Ta + BAh fehlen im Aufwuchs total. Verbissdruck für Ta + BAh massiv zu hoch; Reh ganzjährig auf der WF, Hirsch ‘nur’ im Winter.


Erkenntnisse

  • Bewirtschaftung nach dem Prinzip des Dauerwaldes wurde in allen Punkten eingehalten.

  • Der Eingriffsturnus darf nicht länger werden als die Zielvorstellung von 8-10 J. im Boden-zugbereich und 12 – 15 J. im Seilbereich. Die Wuchsdynamik ist in Beständen in diesen Höhenlagen sehr gross. Bei längeren Eingriffsturni besteht die Gefahr, dass Verjüngungsansätze wieder verloren gehen

  • Im Gegensatz zur waldbaulichen Praxis, wo keine Anpassungen gemacht werden müssen, besteht jagdlich sehr grosser Handlungsbedarf in Bezug auf die Reduktion der Wilddichten!


Weiteres Vorgehen

  • Dicke Bäume gezielt holzen

  • Ta und Fi in der Krone freistellen

  • Ta Einzelschütze anbringen und konzentriert bejagen (Verjüngung und Aufwuchs)

Prognose: Fichte wird durch den KliWa kurz-mittelfristig ganz ausfallen, BAh + Ta verjüngen sich infolge des sehr grossen Schalenwildeinflusses nicht mehr. Dadurch wird der Bu-Anteil mittelfristig auf 50-70% ansteigen.  


Anpassungen Fragestellungen und Beobachtungssetting?

Fragestellung wird angepasst:

  • Wie gelingt die Bewirtschaftung nach dem Dauerwald-Prinzip im Seilkrangelände mit den aktuellen Herausforderungen

  • Wie entwickelt sich die Verjüngungssituation vor dem Hintergrund der Entmischung durch den sehr grossen Schalenwildeinfluss in Verbindung mit dem Klimawandel?


Fotos

Kommentare

Fragen, Anregungen oder Anmerkungen zur Fläche/zum Beobachtungspunkt? «WF-2-10 Ibenkopf»?

Kommentare können nur von angemeldeten Benutzern verfasst werden.