SG WF-2-10 Ibenkopf
Kontakt
- Julian Chariatte
- julian.chariatte@sg.ch
Zusammenfassung
- Einrichtungsdatum
- 18.05.2009
- Status
- aktiv
- Wirkungsanalyse
- 24.05.2022
- Gründe / Fragestellungen bei Einrichtung
Repräsentativ für Tannen-Buchenwälder, 18M, 12*, 11
- Methoden Beobachtung bei Einrichtung
Vollkluppierung
- Anpassungen Fragestellungen und Beobachtungssetting
Fragestellung wird angepasst:
Wie gelingt die Bewirtschaftung nach dem Dauerwald-Prinzip im Seilkrangelände mit den aktuellen Herausforderungen
Wie entwickelt sich die Verjüngungssituation vor dem Hintergrund der Entmischung durch den sehr grossen Schalenwildeinfluss in Verbindung mit dem Klimawandel?
Zentrale Erkenntnisse
Die Bewirtschaftung der Weiserfläche erfolgte konsequent nach dem Dauerwaldprinzip mit einem Zielvorrat von 350 fm/ha und regelmässigen Eingriffen im geplanten Turnus. Waldbaulich wurden die Vorgaben NaiS-konform umgesetzt. Die Verjüngungssituation ist jedoch kritisch. Während die Buche bereits Aufwuchs zeigt, tritt die Tanne nur als Ansamung auf, und Bergahorn fehlt im Aufwuchs vollständig. Grund dafür ist der sehr hohe Schalenwilddruck, wobei Reh ganzjährig und Hirsch zunehmend auch im Sommer präsent sind. Dies führt zu einer fortschreitenden Entmischung der Verjüngung und einem mittelfristigen Anstieg des Buchenanteils auf 50–70 %. Gleichzeitig wird die Fichte voraussichtlich durch den Klimawandel kurz- bis mittelfristig weitgehend ausfallen.
Die bestehenden NaiS-Vorgaben können eingehalten werden, waldbaulich sind keine Anpassungen erforderlich, die Grenzen des Machbaren werden jedoch durch die hohe Wilddichte bestimmt. Für eine langfristig NaiS-konforme Entwicklung sind daher zentrale Massnahmen notwendig: eine deutliche Reduktion der Wilddichten, die konsequente Einhaltung der Eingriffsturni (8–10 Jahre bodengestützt, 12–15 Jahre seilgestützt), übergangsweise Wildschutzmassnahmen sowie die gezielte Förderung von Tanne und Bergahorn zur Sicherung von Mischung, Struktur und Schutzwirkung.
Die Erkenntnisse sind auf vergleichbare Schutzwälder in ähnlichen Höhenlagen übertragbar, insbesondere in Bezug auf Wilddruck, Eingriffsturni und Baumartenmix. Die Situation verdeutlicht, dass eine erfolgreiche Umsetzung des Dauerwaldprinzips nur durch koordinierte waldbauliche und jagdliche Massnahmen unter Berücksichtigung des Klimawandels erreicht werden kann.
Bestandesbeschreibung 18.05.2009
Bestandesbeschreibung 18.05.2009
Bestandesbeschreibung 07.07.2017
Bestandesbeschreibung 08.06.2022
Bestandesbeschreibung 24.05.2022
Bestandesentwicklung
Chronologie
18.05.2009: Einrichtung
Gründe für und Fragestellungen
Repräsentativ für Tannen-Buchenwälder, 18M, 12*, 11
Methoden Beobachtung
Vollkluppierung
18.05.2009: Beobachtung / Zwischenbegehung
07.07.2017: Beobachtung / Zwischenbegehung
24.05.2022: Wirkungsanalyse
Beobachtungen
Mischung
Fichte ist alters- + standortsbedingt schlagreif
Stabilitätsträger
Ta Kronenlängen haben sich positiv entwickelt; Fi eher negativ
Verjüngung, An- + Aufwuchs
Ta meist nur als Ansamung und kaum vorhanden im Anwuchs; Ta + BAh fehlen im Aufwuchs total. Verbissdruck für Ta + BAh massiv zu hoch; Reh ganzjährig auf der WF, Hirsch ‘nur’ im Winter.
Erkenntnisse
Bewirtschaftung nach dem Prinzip des Dauerwaldes wurde in allen Punkten eingehalten.
Der Eingriffsturnus darf nicht länger werden als die Zielvorstellung von 8-10 J. im Boden-zugbereich und 12 – 15 J. im Seilbereich. Die Wuchsdynamik ist in Beständen in diesen Höhenlagen sehr gross. Bei längeren Eingriffsturni besteht die Gefahr, dass Verjüngungsansätze wieder verloren gehen
Im Gegensatz zur waldbaulichen Praxis, wo keine Anpassungen gemacht werden müssen, besteht jagdlich sehr grosser Handlungsbedarf in Bezug auf die Reduktion der Wilddichten!
Weiteres Vorgehen
Dicke Bäume gezielt holzen
Ta und Fi in der Krone freistellen
Ta Einzelschütze anbringen und konzentriert bejagen (Verjüngung und Aufwuchs)
Prognose: Fichte wird durch den KliWa kurz-mittelfristig ganz ausfallen, BAh + Ta verjüngen sich infolge des sehr grossen Schalenwildeinflusses nicht mehr. Dadurch wird der Bu-Anteil mittelfristig auf 50-70% ansteigen.
Anpassungen Fragestellungen und Beobachtungssetting?
Fragestellung wird angepasst:
Wie gelingt die Bewirtschaftung nach dem Dauerwald-Prinzip im Seilkrangelände mit den aktuellen Herausforderungen
Wie entwickelt sich die Verjüngungssituation vor dem Hintergrund der Entmischung durch den sehr grossen Schalenwildeinfluss in Verbindung mit dem Klimawandel?
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