BE 21 Ankerewald tief
- Gemeinde
- Saxeten (BE)
- Ort
- Ankerewald
- Zentrumskoordinaten
- 2629784 / 1165352
- Höhe
- 1285 m
- Höhenstufe
- Tannen-Buchenwälder der obermontanen Stufe
- Standorttypen
- 18 Waldschwingel-Tannen-Buchenwald NaiS 2A NaiS 2B Tree App
- 18M Typischer Karbonat-Tannen-Buchenwald NaiS 2A NaiS 2B Tree App
- Stichworte Massnahmen
- Altholz entfernenHolz liegenlassenRäumung AltbestandVerjüngung einleitenVerjüngung mit Löchern
- Stichworte Fragestellungen
- BaumartenmischungEingriffsstärkeLochhiebRutschungQuerliegendes Holz/Liegendes HolzVerjüngungs-EinleitungWildeinfluss
- Stichworte Holzernte
- Holz liegen lassen
Kontakt
- Suisse Nais
- no-reply@suissenais.ch
- Samuel Schmutz
- samuel.schmutz@be.ch
Zusammenfassung
- Einrichtungsdatum
- 14.10.2010
- Status
- aktiv
- Wirkungsanalyse
- 23.06.2026
- Massnahmen
- 01.09.2022: JungwaldpflegeBaumartenmischungZ-Baum-Pflege
- 01.10.2020: HolzschlagVerjüngung einleitenVerjüngung fördern
- 31.07.2011: Austrichtern
- Gründe / Fragestellungen bei Einrichtung
Welchen Einfluss haben die Verjüngungsöffnungen auf die Rutschtätigkeit?
Wie wirkt sich die sich verändernde Baumartenzusammensetzung auf die Rutschtätigkeit aus?
Wie verändert sich die örtliche Wildsituation?
Was bewirkt das Einwachsen der unteren Flächen bezüglich Rutschtätigkeit?
Was für Auswirkungen hat der Eingriff ohne Verwertung bezüglich Wildschadensituation sowie Pflegeaufwand, bzw. Arbeitssicherheit des Forstpersonals?
- Methoden Beobachtung bei Einrichtung
Fotostandorte & gutachterliche Beurteilung
- Anpassungen Fragestellungen und Beobachtungssetting
Aktualisierte Fragestellungen:
Welchen Einfluss hat die Verjüngungsöffnung auf die Rutschtätigkeit?
Welche Dynamik zeigt sich bei der (Vor-)Verjüngung im Randbereich der Öffnung, wie beeinflusst das Seitenlicht die (Vor-)Verjüngung?
Wie verändert sich die örtliche Wildsituation?
Perimeteranpassung:
Der Perimeter der Weiserfläche wurde gegen oben hin bis an den oberen Rand der Verjüngungsöffnung erweitert (im Gelände noch nicht markiert; erfolgt bei der nächsten Begehung). Bereits bei der Einrichtung der Fläche wurde für die Beurteilung die Verjüngungsfläche mitberücksichtigt. Zudem wird mit den damals gewählten Fotostandorten auch die Entwicklung der Öffnung dokumentert. Entsprechend ist die Perimeteranpassung mehr formeller Natur, um die bisherige Handhabung besser abzubilden.
Zentrale Erkenntnisse
Grosse Lücken bringen viel(fältige) Verjüngung, auch Dank dem positiven Effekt des Seitenlichtes für die Vorverjüngung. Also: so kleine Lücken wie möglich, aber so gross wie nötig!
Wenn der Wilddruck stimmt, kommt die Ta wunderbar. Die bewusst liegengelassenen Querbäume haben keinen relevanten Einfluss auf die Wildschäden.
Bei einem (starken) Holzerei-Eingriff muss immer auch mitgedacht werden, wie ein Folgeeingriff aussehen könnte. Mit dem aktuellen Eingriff sollte der Handlungsspielraum für Folgeeingriffe - sei es betreffend NaiS-Kriterien oder betreffend Bringung - nicht zu stark eingeschränkt werden.
Bestandesbeschreibung 14.10.2010
- Struktur: einschichtig
- Wildeinfluss: mittel
Bestandesbeschreibung 31.07.2011
Bestandesbeschreibung 26.09.2016
- Wildeinfluss: gross
Bestandesbeschreibung 01.10.2020
Bestandesbeschreibung 30.09.2021
- Wildeinfluss: gross
Bestandesbeschreibung 01.09.2022
Bestandesbeschreibung 23.06.2026
- Entwicklungsstufe: mittleres Baumholz
- Struktur: mehrschichtig
- Schlussgrad: normal
- Wildeinfluss: mittel
Bestandesentwicklung
Chronologie
14.10.2010: Einrichtung
Gründe für Weiserfläche und Fragestellungen
Welchen Einfluss haben die Verjüngungsöffnungen auf die Rutschtätigkeit?
Wie wirkt sich die sich verändernde Baumartenzusammensetzung auf die Rutschtätigkeit aus?
Wie verändert sich die örtliche Wildsituation?
Was bewirkt das Einwachsen der unteren Flächen bezüglich Rutschtätigkeit?
Was für Auswirkungen hat der Eingriff ohne Verwertung bezüglich Wildschadensituation sowie Pflegeaufwand, bzw. Arbeitssicherheit des Forstpersonals?
Bestandesgeschichte/Frühere Bewirtschaftung
Der obere Teil (homogener, reiner Fichtenwald) wurde 1925 aufgeforstet, der untere Teil ist Einwuchs.
2005/06 wurde am oberen Rand der Weiserfläche eine grosszügige Verjüngungsöffnung geschaffen (Öffnung in Fallline max. ca. 65 m; Lückengrösse ca. 30a). Sämtliches Holz wurde liegengelassen.
2006/07 wurde BAh gepflanzt und geschützt
2009 wurden Wildschutzmassnahmen umgesetzt (Massnahme unklar)
2010 wurde ausgetrichtert.
Situation 2010:
unten: mehrschichtige Einwuchsflächen mit viel Laubholz
oben: einschichtiges Fichtenbaumholz 2 und 3 oder Verjüngungsfläche
Kronenlänge eher knapp
Verjüngung:
Starke Vegetationskonkurrenz (Himbeere); Hochstaudenvegetation im Bereich der Runsen
BAh 10%, Fi 50%, Ta 10%, Bu 20%, Vb 10%
Wild: BAh-Pflanzung vom Hirsch geknickt, Ta-Naturverjüngung in Himbeeren noch unverbissen
Schneesetzen und -gleiten sowie Schneedruck ergibt Schäden an Verjüngung
Methoden Beobachtung
Fotostandorte & gutachterliche Beurteilung
Pläne/Karten/Skizzen
Dokumentation
31.07.2011: Massnahme: Austrichtern
- Massnahmentypen
- Austrichtern
Zielsetzung Massnahme
Austrichtern
Beobachtungen
Austrichtern
26.09.2016: Beobachtung / Zwischenbegehung
Beobachtungen
In den Verjüngungsöffnungen kommen viel Bergahorn, aber auch Fichte und vereinzelt Tanne auf.
Viele liegende Stämme gefährden zum Teil die Arbeitssicherheit. Die erhoffte Wirkung, dass die Fläche dadurch unpassierbar für den Hirsch wird, blieb aus, es wurden trotzdem geknickte Ahorne gefunden.
In einem Rutschgebiet befindet sich liegendes Holz, dass sich langsam zersetzt. Der Förster befürchtet, dass sich trotz Seilsicherung des Querbaumes der Stamm zerbricht, sich in Bewegung setzt und über das darunter liegende Offenland rollt.
Die Rutschgebiete sind stabil geblieben und haben sich nicht vergrössert.
Formulare
Erkenntnisse
Die Verjüngung entwickelt sich gut.
Der Einfluss des Wildes (Hirsch) ist gut sichtbar, die liegengelassenen Stämme stellen für das Wild kein Hindernis dar.
Trotz neuer grosser Lücke zeigen sich keine neuen Rutschtätigkeiten.
01.10.2020: Massnahme: Holzschlag, Verjüngung einleiten, Verjüngung fördern
- Massnahmentypen
- Holzschlag Verjüngung einleiten Verjüngung fördern
Zielsetzung Massnahme
Massnahme betrifft oberer Randbereich der Weiserfläche:
Verbindung der beiden 2005/06 geschaffenen Öffnungen -> Förderung von Vorverjüngung in Öffnungen und unter Schirm sowie Einleitung der Verjüngung.
Beobachtungen
Eingriff mit Seilkran, Abtransport hangaufwärts.
Verbindung weist weniger offene Falllinie auf als die beiden bestehenden Öffnungen.
- Beiträge
- 11000 Fr./ha
30.09.2021: Wirkungsanalyse
Beobachtungen
Weiterhin grosse Vegetationskonkurrenz in den Verjüngungsöffnungen. Bergahorne im Dickungsalter (gepflanzt und ausgetrichtert) und dazwischen viele Fichten, welche der Vegetationskonkurrenz entwachsen. Teilfläche mit starkem Bewuchs von Vogelbeeren.
Starker Einfluss des Wildes (Hirsch) auf der Fläche sichtbar. Seit der Zunahme des Einfluss des Rothirsches können Ta und Bah nicht mehr aufwachsen, wenige junge Bu werden auch verbissen und somit können NaiS-Vorgaben bezüglich Mischung nicht eingehalten werden. Aufgrund des grossen Einflusses des Rotwildes ist diese Entwicklung nicht überraschend.
Trotz grosser Verjüngungsöffnung kam es zu keinen weiteren Hangmuren. Die Verjüngungsöffnung befindet sich auf der flacheren Partie der Fläche, daher ist auch die Lückengrösse vertretbar. Dank der grossen Verjüngungsöffnung stellt sich die Naturverjüngung auch im Seitenlicht unter dem Altbestand ein. Eine grössere Baumartenmischung hätte mit der Wurzelwirkung einen positiven Einfluss auf den Bestand.
Erkenntnisse
Die Verjüngungseinleitung hat funktioniert in vorgängig einschichten Beständen mit einem hohen Fichtenanteil. Grosse Lückengrösse, wo max. Lückengrösse gemäss NaiS-Kriterien überschritten wurde. Dadurch konnte zusätzlich im Altbestand mithilfe des Seitenlichtes Verjüngung eingeleitet werden (bei kleinerer Lückengrösse wäre dieser Effekt nicht vorhanden). Proaktive Verjüngungseinleitung ist auch im Bezug auf den Klimawandel wichtig.
Durch starke Präsenz des Hirsches und weiteren Schalenwildarten kommt es in diesem Bestand zu einer Entmischung. Gewünschte Baumarten im Hinblick auf die Wurzelwirkung und den Klimawandel, können unter denn aktuellen Bedingungen nicht aufwachsen. Die bewusst liegengelassenen Querbäume haben keinen Einfluss auf die Verbisstätigkeit. Allenfalls konsequentere Wildschadenverhütung der Bergahorne und Tannen, jedoch mit einem hohen Aufwand verbunden. Das Einbringen von Weidenstecklingen sollte in solchen Flächen vermehrt getestet werden (schnellere Bestockung und Ablenkungsfütterung für das Wild).
Das Gebiet ist trotz der grossen Öffnungen stabil und es sind keine neueren Rutschaktivitäten im Gebiet sichtbar.
Leitfragen
Siehe Erkenntnisse.
Weiteres Vorgehen
Fläche weiterhin beobachten.
Anpassungen Fragestellungen und Beobachtungssetting?
Keine.
Formulare
Dokumentation
01.09.2022: Massnahme: Jungwaldpflege, Baumartenmischung, Z-Baum-Pflege
- Massnahmentypen
- Jungwaldpflege Baumartenmischung Z-Baum-Pflege
Zielsetzung Massnahme
Massnahme betrifft oberer Randbereich der Weiserfläche:
Ziel: Mischung +/- erhalten, Verschiebung von Pionierarten zu Bu/Bah/üLbh, Stabilitätsträger ausformen
Beobachtungen
Baumartenmischung Verjüngung aktuell: Fi 30%, Lä2%, Ta1%, Bu 15%, Bah 30%, Weide/Vbe/üLbh 22%
Massnahmen: Positive Auslese, Mischung +/- erhalten, Verschiebung von Pionierarten zu Bu/Bah/üLbh, Stabilitätsträger ausformen
- Eingriffsfläche
- 0.3 ha
- Beiträge
- 4800 Fr./ha
Formulare
23.06.2026: Wirkungsanalyse
Beobachtungen
Vorbemerkung: Die Wirkungsanalyse erfolgte im Rahmen eines Austausches der Revierförster der Waldabteilung Alpen, Region Ost.
Altbestand: bietet aktuell eine gute Schutzwirkung. Dies wird er auch noch einige Jahre tun, es besteht aktuell kein Zeitdruck für einen Eingriff. Ein Eingriff soll erst erfolgen, wenn der aufkommende Bestand in der Öffnung oberhalb einigermassen schutzwirksam ist (ca. in 10 Jahren). Dann könnte beispielsweise eine Abrandung (sanfte Erweiterung) der Öffnung zielführend sein -> Seitenlicht für Förderung Vorverjüngung. Schlitze Richtung Offenland im unteren Bereich wären auch denkbar -> Fördern Stufigkeit.
Öffnung: Verjüngung üppig und mit grossen Zuwächsen. Pflege in ca. 2-5 Jahren, damit Fi nicht zu dominant wird und Artenvielfalt nicht leidet. Vegetationskonkurrenz kein entscheidendes Problem mehr. Keine Moderholzverjüngung.
Wildeinfluss hat nach 2021 deutlich abgenommen. Es sind viele in den letzten Jahren nicht oder nur wenig verbissene Bäume zu sehen, unter anderem auch viele Tannen.
Erkenntnisse
Erfolgreiche Verjüngungseinleitung: Die Verjüngungseinleitung hat in diesem vorgängig einschichten Bestand mit fast ausschliesslich Fi gut funktioniert, die Dichte und Artenvielfalt der Verjüngung ist erfreulich.
Suboptimale Grösse und Anordnung der Öffnung: Die gewählte grosse Lückengrösse - mit Überschreitung der Maximalgrösse gemäss heutigen NaiS-Kriterien - hat glücklicherweise nicht zu Hangmurenaktivitäten geführt; vermutlich hätte aber auch eine die NaiS-Kriterien einhaltende Lücke bei durchdachter Ausrichtung ein ähnlich gutes Verjüngungs-Resultat hervorgebracht. Zudem hätte die Öffnung etwas weitere hangaufwärts angelegt werden können, um die rutschanfällige Geländekante am unteren Rand der Öffnung nicht unnötigerweise zu destabilisieren.
Faktor Seitenlicht: Durch die grosse Öffnung konnte auch im Altbestand mithilfe des Seitenlichtes (Vor-)Verjüngung eingeleitet werden (bei einer deutlich kleineren Lückengrösse wäre dieser Effekt nicht vorhanden).
Mangelhaftes Vorausschauen: Bei der Schaffung der grossen Öffnung am oberen Rand der Weiserfläche hat man (zu) wenig an zukünftige Eingriffe gedacht (Konzentration des Eingriffes auf eine einzige Fläche). Folgeeingriffe sind dadurch technisch schwieriger und teurer. Auch ist der NaiS-Handlungsspielraum betreffend Erweiterung der Öffnung sehr gering (Lückengrösse deutlich über NaiS-Anforderungen).
Hohe Bedeutung des Wildruckes: der zurückgegangene Druck hat zu einer deutlichen Entspannung der Verjüngungssituation geführt.
Erfolgreiche Jungwaldpflegemassnahmen: Die ausgeführten Massnahmen (Pflanzung, Austrichtern, Dickungspflege) waren zielführend und entscheidend für die aktuell gute Mischung.
Leitfragen
Welchen Einfluss haben die Verjüngungsöffnungen auf die Rutschtätigkeit?
Keine Hangmurenaktivitäten (könnte aber auch Glück gewesen sein).
Wie wirkt sich die sich verändernde Baumartenzusammensetzung auf die Rutschtätigkeit aus?
Neue Baumarten sind erst in der Verjüngung vorhanden und haben noch keine relevante Wurzelwirkung.
Wie verändert sich die örtliche Wildsituation?
Deutliche Verbesserung in den letzten 5 Jahren.
Was bewirkt das Einwachsen der unteren Flächen bezüglich Rutschtätigkeit?
Keine Hangmurenaktivitäten.
Was für Auswirkungen hat der Eingriff ohne Verwertung bezüglich Wildschadensituation sowie Pflegeaufwand, bzw. Arbeitssicherheit des Forstpersonals?
Der Verbiss wir nicht beeinflusst durch das Querholz. Die Arbeitssicherheit ist nach so langer Zeit nach dem Eingriff nicht mehr beeinflusst.
Weiteres Vorgehen
Pflegeeingriffe in der Öffnung, Abwarten mit Holzerei.
Anpassungen Fragestellungen und Beobachtungssetting?
Aktualisierte Fragestellungen:
Welchen Einfluss hat die Verjüngungsöffnung auf die Rutschtätigkeit?
Welche Dynamik zeigt sich bei der (Vor-)Verjüngung im Randbereich der Öffnung, wie beeinflusst das Seitenlicht die (Vor-)Verjüngung?
Wie verändert sich die örtliche Wildsituation?
Perimeteranpassung:
Der Perimeter der Weiserfläche wurde gegen oben hin bis an den oberen Rand der Verjüngungsöffnung erweitert (im Gelände noch nicht markiert; erfolgt bei der nächsten Begehung). Bereits bei der Einrichtung der Fläche wurde für die Beurteilung die Verjüngungsfläche mitberücksichtigt. Zudem wird mit den damals gewählten Fotostandorten auch die Entwicklung der Öffnung dokumentert. Entsprechend ist die Perimeteranpassung mehr formeller Natur, um die bisherige Handhabung besser abzubilden.
Pläne/Karten/Skizzen
Formulare
Dokumentation
Fotos
Fotos vergleichen
Kommentare
Fragen, Anregungen oder Anmerkungen zur Fläche/zum Beobachtungspunkt? «21 Ankerewald tief»?
Kommentare können nur von angemeldeten Benutzern verfasst werden.