GR 1003 Caviduraspitze
Kontakt
- Marco Vanoni, Bereichsleiter Schutzwald & Waldökologie
- marco.vanoni@awn.gr.ch
Zusammenfassung
- Einrichtungsdatum
- 22.09.2001
- Status
- stillgelegt
- Wirkungsanalyse
- 01.10.2021
- Gründe / Fragestellungen bei Einrichtung
Pflegeziel: Lä, BAh, Ta fördern & Minoritäten mitnehmen
- Methoden Beobachtung bei Einrichtung
-
- Anpassungen Fragestellungen und Beobachtungssetting
Gemäss Kapitel 6 "Betreuung und Beobachtung" vom Weiserflächen-Konzept Graubünden wird die Wirkungsanalyse in der Regel nach 10 Jahren durchgeführt. Die Tatsache, dass diese Wirkungsanalyse somit 10 Jahre zu spät durchgeführt wurde, kann damit erklärt werden, dass dieses Konzept erst im Jahre 2020 erstellt wurde. Dies sollte somit in Zukunft nicht mehr vorkommen.
Was sich bei dieser Wirkungsanalyse aber als problematisch herausgestellt hat, ist die Tatsache, dass vor 20 Jahren noch mit anderen Aufnahmeformularen gearbeitet wurde. In diesen wurden noch keine Etappenziele definiert. Aus diesem Grund war bei der Wirkungsanalyse 2021 nicht genau vorgegeben, auf was zu achten ist. Der Nutzen einer Wirkungsanalyse ohne vordefinierte Etappenziele ist minim.
Abschliessend kann aber gesagt werden, dass trotz den spärlich vorhandenen Infos alle Fragen beantwortet werden konnten. Aus diesem Grund entschied man sich einstimmig dafür, die Beobachtungen abzuschliessen.
Bestandesbeschreibung 22.09.2001
Bestandesbeschreibung 01.10.2021
Bestandesentwicklung
Chronologie
22.09.2001: Einrichtung
Gründe für Weiserfläche und Fragestellungen
Pflegeziel: Lä, BAh, Ta fördern & Minoritäten mitnehmen
Bestandesgeschichte/Frühere Bewirtschaftung
Vivian-Fläche
Fichtenpflanzung
Methoden Beobachtung
-
Pläne/Karten/Skizzen
01.10.2021: Wirkungsanalyse
Beobachtungen
Einleitung
Im Jahre 2001 wurden nördlich und südlich vom Caviduraspitz (1552 m ü.M.) insgesamt drei Weiserflächen angelegt. Als Ziel dieser Flächen wurde die Erfahrungssammlung für den zuständigen Revierförster genannt. Im Weiteren sollten die gut dokumentierten Flächen dem Wissenstransfer für die nachfolgende Förstergeneration dienen. Auch wollte man mit den Flächen eine Planungshilfe für zukünftige Waldbauprojekte schaffen.
Die Weiserfläche 1003 wurde 2001 erstellt und dokumentiert. Im Vergleich zu den Flächen 1001 und 1002 ist sie bedeutend kleiner (0.25 ha). Das Gebiet, auf welcher sich die Weiserfläche befindet, wurde 1990 vom Sturm Vivian arg in Mitleidenschaft gezogen. So war sie nach den Aufräumarbeiten und den Zwangsnutzungen in den Jahren 1991, 1992 und 1993 fast komplett kahl (Siehe Luftbild 1997 im Anhang 2). In der Folge wurden Fichten auf der Fläche gepflanzt und die Naturverjüngung breitete sich sehr artenreich aus. So war der Bestand bei der Erstaufnahme 2001 mit Fichte, Lärche, Tanne, Bergahorn, Mehlbeere, Vogelbeere, Birke, Föhre und Salweide bestockt.
Der Standort wurde als ein Hochstauden-Tannen-Fichtenwald (50) klassifiziert. Aufgrund der Naturgefahrenkarte des Amt für Wald und Naturgefahren und dank Auskünften des zuständigen Försters Corsin Jenal, wurde als vorherrschende Naturgefahr "Wildbach und Hochwasser im Einzugsgebiet" genannt.
Aufgrund der grossen Anzahl verschiedener Arten leiteten sich auch die Forschungsfragen für diese Fläche ab. Diese lauten:
- Konnten Lärchen, Bergahorn und Tannen gefördert werden?
- Konnten Minoritäten mitgenommen werden?
Diese Frage wurde im Jahre 2021 bei der Wirkungsanalyse konkretisiert. Dies, da bei der Erstaufnahme 2001 keine konkrete Frage für die Fläche definiert wurde.
Erkenntnisse
Beurteilung im Zusammenhang mit der ursprünglichen Fragestellung
Beim Einrichten der Weiserfläche im Jahre 2001 wurde keine konkrete Fragestellung definiert. Im Formular 2, welches sich damals noch in einem anderen Layout präsentierte, wurde unter Punkt 6 "Pflegeziel" lediglich die Bemerkungen "Lä, BAh, Ta fördern und Minoritäten mitnehmen" gemacht. Unter dem Punkt "Kontrollkriterien", in welchem definiert wird, wie die Zielerreichung überprüft wird, wurde keine Bemerkung notiert.
Aus diesem Grund wurde entschieden, dass aus dem Pflegeziel eine Frage abgeleitet wird.
Diskussion der Fragen: Konnten geförderte BAh und Ta sich durchsetzen? Konnten Minoritäten (Mehlbeere, Vogelbeere, Birke, Föhre, Salweide) mitgenommen werden?
In der Weiserfläche 3 wurde im Jahr 2017 eingegriffen. Dabei wurde gemäss dem zuständigen Förster Corsin Jenal vor allem darauf geachtet, dass Lärchen, welche zur Oberschicht gehören, gefördert werden und stabile Fichten im Rottenverbund belassen werden. Im Weiteren wurden die Minoritäten gefördert und sämtliche Laubbäume stehen gelassen. Bei der Wirkungsanalyse wurde die gesamte Fläche abgelaufen. Dabei wurde festgestellt, dass an einigen Orten Minoritäten (Vogelbeere, Birke, Föhre und Salweide) vorhanden sind. Diese sind aber vor allem im höher gelegenen Teil, welcher an der Strasse liegt, anzutreffen. Betreffend der Förderung von Bergahorn und Weisstanne kann gesagt werden, dass es einige Exemplare in der Oberschicht gibt. Bei den Weisstannen wird vermutet, dass es sich um Vorwüchse handelt, welche schon beim Sturm Vivian (1990) auf der Fläche standen. Diese konnten sich in der Folge gut entwickeln und weisen heute zum Teil einen Vorsprung gegenüber den anderen Bäumen auf. Es kann zusammengefasst gesagt werden, dass sich auf der ehemaligen Sturmfläche ein artenreicher, stabiler Bestand gebildet hat, auf welchem auch zahlreiche Minoritäten vertreten sind.
Synthese und Fragen
Die Weiserfläche zeigt auf, wie sich ein Wald nach einem grossflächigen Schadensereignis entwickelt. Es entstand trotz des grossen Wildeinflusses (Beurteilung Wildeinfluss 2021) ein artenreicher Wald. Die Frage, weshalb auch verbissempfindliche Baumarten wie die Vogelbeere oder der Bergahorn sich etablieren konnten, kann nicht abschliessend geklärt werden. Eine mögliche Erklärung könnte sein, dass nach dem Sturm Vivian dem Wild viele Flächen mit viel Verjüngung und somit auch viel Nahrung zur Verfügung stand. Aufgrund der grossen Fläche konzentrierte sich der Verbiss nicht auf einen bestimmten Ort und so konnten vielfältige Wälder entstehen.
Leitfragen
1. Bestätigen die Ergebnisse bisherige Erfahrungen und vorhandenes Wissen?
Stimmen die Ergebnisse mit dem vorhandenen Wissen (Lehrmeinung) / euren bisherigen Erfahrungen überein?
Nach Sturmereignissen siedeln sich oftmals Pioniergehölze wie etwa Weiden, Birken und Vogelbeeren an. Zudem dominieren auch oft wieder Gehölze, welche schon vor dem Sturmereignis auf der Fläche anzutreffen waren (WSL, 2019). Dies kann auch auf der Weiserfläche 1003 festgestellt werden. Es entstand ein artenreicher Wald, welcher sicher auch klimarobuster ist als ein Wald, auf welchem nur eine Baumart dominiert.
Was ist gelungen, was würdet ihr gleichmachen?
Der Wald ist stabil und artenreich. Die Stabilität ist vor allem dank der Fichtenrotten gewährleistet. Diese sind in dieser Höhenlage eine bevorzugte Methode, um stabile Wälder aufzubringen. Zudem gab man den Lärchen genügend Platz, damit sie gut ausgeformte Kronen bilden konnten.
Die Minoritäten konnten erhalten bleiben. Dies erfordert eine regelmässige Pflege, bei welcher man ihnen genügend Platz und Licht schafft.$
Gilt das auch noch unter dem Einfluss des Klimawandels?
Was für Veränderungen sich aufgrund des Klimawandels ergeben, kann nicht genau gesagt werden. Jedoch ist es von Vorteil, ein grosses Baumartenportfolio zu besitzen. Dies damit mögliche Ausfälle einzelner Baumarten besser verkraftet werden können.
Sollten Anpassungen an der bisherigen waldbaulichen Praxis vorgenommen werden?
Gibt es auch unerwartete / überraschende Ergebnisse?
Bei der Wirkungsanalyse konnten keine unerwarteten oder überraschenden Ergebnisse festgestellt werden.
Was ist nicht gelungen? Was würdet ihr anders machen als bisher – und weshalb?
Es wurden keine Punkte herausgefunden, die anders gemacht werden sollten.
Sind Anpassungen auf Grund des Klimawandels erforderlich?
Anpassungen nicht, jedoch sollte zur Baumartenmischung weiterhin Sorge getragen werden.
Weiteres Vorgehen
Die Fragen konnten geklärt werden. Die Beobachtungen werden abgeschlossen.
Anpassungen Fragestellungen und Beobachtungssetting?
Gemäss Kapitel 6 "Betreuung und Beobachtung" vom Weiserflächen-Konzept Graubünden wird die Wirkungsanalyse in der Regel nach 10 Jahren durchgeführt. Die Tatsache, dass diese Wirkungsanalyse somit 10 Jahre zu spät durchgeführt wurde, kann damit erklärt werden, dass dieses Konzept erst im Jahre 2020 erstellt wurde. Dies sollte somit in Zukunft nicht mehr vorkommen.
Was sich bei dieser Wirkungsanalyse aber als problematisch herausgestellt hat, ist die Tatsache, dass vor 20 Jahren noch mit anderen Aufnahmeformularen gearbeitet wurde. In diesen wurden noch keine Etappenziele definiert. Aus diesem Grund war bei der Wirkungsanalyse 2021 nicht genau vorgegeben, auf was zu achten ist. Der Nutzen einer Wirkungsanalyse ohne vordefinierte Etappenziele ist minim.
Abschliessend kann aber gesagt werden, dass trotz den spärlich vorhandenen Infos alle Fragen beantwortet werden konnten. Aus diesem Grund entschied man sich einstimmig dafür, die Beobachtungen abzuschliessen.
Pläne/Karten/Skizzen
Kommentare
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