Weiserfläche

SG WF-2-11 Bühlhalde

  • Höhenstufen
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Gemeinde
Oberriet (SG)
Zentrumskoordinaten
2756524 / 1243996
Höhe
730 m
Höhenstufe
Buchenwälder der untermontanen Stufe
Standorttypen
8S Feuchter-Waldhirsen-Buchenwald NaiS 2A NaiS 2B Tree App
Naturgefahren
Rutschungen, Erosion, Murgänge NaiS 1
Kontakt
Julian Chariatte
julian.chariatte@sg.ch
Zusammenfassung
Einrichtungsdatum
11.03.2013
Status
aktiv
Wirkungsanalyse
31.08.2022
Gründe / Fragestellungen bei Einrichtung

Repräsentative Fläche im Gebiet. Sie zeigt sehr deutlich, wie der Föhnsturm von 1982 seine Spuren am Wald hinterlassen hat.  Ebenso ist die aufkommende Naturverjüngung auf diesen Windwurffläche sehr gut zu beobachten (Bereits im Stangenholzalter). Bei Mischung und Verjüngung im Anwuchs wird das Minimalprofil nicht erreicht. Positiv ist das Gefüge vertikal und das Keimbett.

Methoden Beobachtung bei Einrichtung

...

Anpassungen Fragestellungen und Beobachtungssetting
  • Wie gelingt das Einbringen von Baumarten, die an das veränderte Klima angepasst sind? Idealerweise produzieren sie zum Zeitpunkt der ersten Verjüngungsöffnungen im Nadelholz bereits Samen.

  • Mit welcher Feinerschliessungsplanung + Holzerntetechnik lassen sich die in naher Zukunft anstehenden Durchforstungseingriffe – nun mit Holzentnahme – pfleglich in Bezug auf den Waldbau und die Kostendeckung ausführen?

Zentrale Erkenntnisse

Die Weiserfläche liegt in einem Gebiet mit tiefen Permanentrutschungen. Die Bestände wurden stark durch den Föhnsturm von 1982 geprägt. Vor und nach dem Sturm erfolgten Pflanzungen von Fichte und Tanne. Gemäss Ereigniskataster sind in der Umgebung seit längerer Zeit keine Ereignisse dokumentiert.

Die Etappenziele wurden nur teilweise erreicht. Eine Buchenverjüngung im Aufwuchs blieb aufgrund des hohen Deckungsgrades aus. Die unterschiedliche Entwicklung von Sturm- und Nicht-Sturmflächen führte zu drei Durchmesserklassen. Durchforstungen im Stangenholz verbesserten die Kronenlängen, während die Eschenverjüngung im Bachbereich weitgehend ausfiel. Die Baumartenverteilung der Pflanzung verändert sich zunehmend unter dem Einfluss des Klimawandels.

Die Ergebnisse bestätigen bisherige Erfahrungen: Pflanzungen auf Sturm- und Zwangsnutzungsflächen benötigen eine konsequente, langfristige Pflege, die hier erfolgreich umgesetzt wurde. Mit heutigem Klimawissen würde die Baumartenwahl jedoch anders erfolgen. Akuter waldbaulicher Anpassungsbedarf besteht derzeit nicht, allerdings hätte eine frühzeitige Feinerschliessungsplanung Vorteile gebracht. Mögliche Langzeitfolgen der Verwendung von Pflanzen mit unsicherer Provenienz werden sich erst mit weiteren Durchforstungen zeigen.

Weiterführende Forschungsarbeiten sind nicht notwendig. Die NaiS-Vorgaben geben keinen Anlass zu Anpassungen, es besteht jedoch Bedarf an praxisnahen Entscheidungshilfen zur Baumartenwahl unter Klimawandelbedingungen. Die rasche Bereitstellung von Ergebnissen aus grossflächigen Pflanzversuchen (z. B. WSL) ist dafür zentral.

Chronologie

11.03.2013: Einrichtung

Gründe für und Fragestellungen

Repräsentative Fläche im Gebiet. Sie zeigt sehr deutlich, wie der Föhnsturm von 1982 seine Spuren am Wald hinterlassen hat.  Ebenso ist die aufkommende Naturverjüngung auf diesen Windwurffläche sehr gut zu beobachten (Bereits im Stangenholzalter). Bei Mischung und Verjüngung im Anwuchs wird das Minimalprofil nicht erreicht. Positiv ist das Gefüge vertikal und das Keimbett.


Bestandesgeschichte/Frühere Bewirtschaftung

Der Standort ist sehr produktiv und für Edellaubbäume sehr gut geeignet, ebenso für die Tanne. Die Bestände sind oft auch ohne Pflegeeingriffe stabil. Eingriffe sind vor allem auf wenig strukturierten Standorten mit homogenen Beständen nötig. Die Verjüngung kann mit Auflichten (Entfernen von 2-3 Bäumen) eingeleitet werden. Das Befahren der Flächen ohne Schutz (z.B. Schnee) kann nachhaltige Schäden bewirken.


Methoden Beobachtung

...


11.03.2013: Beobachtung / Zwischenbegehung

Beobachtungen

Erste Fotodokumentation


Fotostandorte

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31.08.2022: Wirkungsanalyse

Beobachtungen

  • Erste Bu-Verjüngung im Aufwuchs hat sich nicht eingestellt. Der Deckungsgrad auf der WF ist dafür zu hoch.

  • Die Entwicklung auf der nicht vom Sturm betroffenen Teilfläche und der teilweise Einwuchs der Pflanzung ins Baumholz hat zu 3 ∅-Klassen geführt.

  • Die Durchforstung im Stangenholz hat sich positiv auf die Kronenlängen ausgewirkt.

  • Die Es-Naturverjüngung im Bereich des Baches ist +/- vollständig abgestorben.

  • Die Baumartenverteilung in der Pflanzung verändert sich mit dem Klimawandel radikal.


Erkenntnisse

  • Pflanzungen auf Zwangsnutzungsflächen müssen konsequent und langfristig gepflegt werden. Diese Arbeiten sind in den vergangenen 40 Jahren nach dem Sturm erfolgreich ausgeführt worden. è die Kronenlängen haben sich stabilisiert.

  • Mit dem heutigen Wissen zum Klimawandel würde die Baumartenverteilung logischer-weise ganz anders aussehen.

  • Zur Zeit ist die Feinerschliessungsplanung für die kommenden Durchforstungseingriffe noch offen. Idealerweise hätten diese Planungsarbeiten im Dickungsstadium in Angriff genommen werden können.

  • Mit weiteren Durchforstungen wird sich zeigen, ob die Verwendung von Pflanzen mit zweifelhafter Provenienz Konsequenzen hat.


Weiteres Vorgehen

Die Resultate aus den grossflächigen Pflanzversuchen der WSL und weitere Publikationen und Hilfsmittel zur Baumartenwahl unter dem Klimawandel sollten so schnell als möglich publiziert werden. Viele Praktiker fühlen sich dabei im luftleeren Raum.

Zusätzlich werden die Fragestellungen angepasst.


Anpassungen Fragestellungen und Beobachtungssetting?

  • Wie gelingt das Einbringen von Baumarten, die an das veränderte Klima angepasst sind? Idealerweise produzieren sie zum Zeitpunkt der ersten Verjüngungsöffnungen im Nadelholz bereits Samen.

  • Mit welcher Feinerschliessungsplanung + Holzerntetechnik lassen sich die in naher Zukunft anstehenden Durchforstungseingriffe – nun mit Holzentnahme – pfleglich in Bezug auf den Waldbau und die Kostendeckung ausführen?


05.07.2022: Beobachtung / Zwischenbegehung

Beobachtungen

Zweite Fotodokumentaion


Fotostandorte

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Fotos

Kommentare

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