GR 4009 Ault digl Guault
Kontakt
- Marco Vanoni, Bereichsleiter Schutzwald & Waldökologie
- marco.vanoni@awn.gr.ch
Zusammenfassung
- Einrichtungsdatum
- 14.07.2016
- Status
- aktiv
- Wirkungsanalyse
- 15.07.2026
- Gründe / Fragestellungen bei Einrichtung
Gründe:
Hoher Wilddruck
Ungewisse Entwicklung der Verjüngung (insbesondere Schälschäden an Lärche)
Fragestellungen:
Was für Baumarten verjüngen sich innerhalb des Kontrollzauns, insbesondere kann sich hier die Tanne ansamen?
Ist der Wildeinfluss allein dafür verantwortlich, dass im Altbestand keine Verjüngung vorhanden ist?
Sind die stark geschälten Lärchen entwicklungsfähig? Neigen sie durch die Verletzungen zu Rotfäule?
Welche Baumarten gibt es nach zehn Jahren noch innerhalb des bereits bestehenden Wildschutzzauns? und ausserhalb des Zauns?
Wie lange soll der Wildschutzzaun stehen bleiben damit die Verjüngung gesichert ist?
Wie entwickelt sich der Wilddruck?
Wie soll der Altbestand verjüngt werden, ohne dass Wildschutzvergütungsmassnahmen notwendig sind?
Wirkt sich die Wildruhezone negativ auf die Waldverjüngung aus?
Soll die Wildruhezone verlegt oder aufgehoben werden?
Kontrollzaunpaar 1
· Kann sich ohne Wildeinfluss Verjüngung einstellen?
· Samt sich hier die Weisstanne an?
· Samen sich auch andere Baumarten an?
· Wie Entwickelt sich die Verjüngung unter diesen Lichtverhältnisse?
Kontrollzaun Paar 2
· Ist für das Fehlen der Verjüngung nur der Wildeinfluss dafür verantwortlich?
· Welche Baumartenverjüngen sich hier ?
· Wie entwickelt sich die Verjüngung?
- Methoden Beobachtung bei Einrichtung
Vollkluppierung
Im Jahre 2016 wurde am Rande des Altbestandes einen 6 X 15 Meter langer Kontrollzaun erstellt
- Anpassungen Fragestellungen und Beobachtungssetting
Fragenstellung Kontrollzaun
Was für Baumarten verjüngen sich innerhalb des Kontrollzauns? --> Ki, Vbe, Lä, Fi, Bah, Es, Mbe
Ist der Wildeinfluss allein dafür verantwortlich, dass im Altbestand keine Verjüngung vorhanden ist? --> Nein, auch Konkurrenzvegetation
Welche Baumarten gibt es nach zehn Jahren noch innerhalb des bereits bestehenden Wildschutzzauns? und ausserhalb des Zauns? --> siehe oben und Fragestellungen Fotodokumentation Ansamung Weisstanne? --> nein keine
Fragestellung Weiserfläche
Sind die stark geschälten Lärchen entwicklungsfähig? --> ja Neigen sie durch die Verletzungen zu Rotfäule? --> ja ein bisschen. Wie sieht es in 10-20 Jahren aus?
Welche Baumarten gibt es nach zehn Jahren noch innerhalb des bereits bestehenden Wildschutzzauns? und ausserhalb des Zauns? --> siehe oben
Wie lange soll der Wildschutzzaun stehen bleiben damit die Verjüngung gesichert ist? --> sicher noch 10 Jahre Wie entwickelt sich der Wilddruck? --> ist weiterhin hoch
Wie soll der Altbestand verjüngt werden, ohne dass Wildschutzvergütungsmassnahmen notwendig sind? --> ist unter den derzeitigen Umständen schwierig Wirkt sich die Wildruhezone negativ auf die Waldverjüngung aus? --> nein
Soll die Wildruhezone verlegt oder aufgehoben werden? --> ja, wurde gemacht. Sorgt für Entlastung, aber das Wild steht im oberen Berich des Ault digl Guault trotzdem noch ein.
Bestandesbeschreibung 14.07.2016
Bestandesbeschreibung 23.11.2022
Bestandesbeschreibung 23.07.2024
Bestandesbeschreibung 15.07.2026
Bestandesentwicklung
Chronologie
14.07.2016: Einrichtung
Gründe für Weiserfläche und Fragestellungen
Gründe:
Hoher Wilddruck
Ungewisse Entwicklung der Verjüngung (insbesondere Schälschäden an Lärche)
Fragestellungen:
Was für Baumarten verjüngen sich innerhalb des Kontrollzauns, insbesondere kann sich hier die Tanne ansamen?
Ist der Wildeinfluss allein dafür verantwortlich, dass im Altbestand keine Verjüngung vorhanden ist?
Sind die stark geschälten Lärchen entwicklungsfähig? Neigen sie durch die Verletzungen zu Rotfäule?
Welche Baumarten gibt es nach zehn Jahren noch innerhalb des bereits bestehenden Wildschutzzauns? und ausserhalb des Zauns?
Wie lange soll der Wildschutzzaun stehen bleiben damit die Verjüngung gesichert ist?
Wie entwickelt sich der Wilddruck?
Wie soll der Altbestand verjüngt werden, ohne dass Wildschutzvergütungsmassnahmen notwendig sind?
Wirkt sich die Wildruhezone negativ auf die Waldverjüngung aus?
Soll die Wildruhezone verlegt oder aufgehoben werden?
Kontrollzaunpaar 1
· Kann sich ohne Wildeinfluss Verjüngung einstellen?
· Samt sich hier die Weisstanne an?
· Samen sich auch andere Baumarten an?
· Wie Entwickelt sich die Verjüngung unter diesen Lichtverhältnisse?
Kontrollzaun Paar 2
· Ist für das Fehlen der Verjüngung nur der Wildeinfluss dafür verantwortlich?
· Welche Baumartenverjüngen sich hier ?
· Wie entwickelt sich die Verjüngung?
Bestandesgeschichte/Frühere Bewirtschaftung
Im Jahr 2005 Ausführung des Holzschlags, darauf vereinzelte Fi-Pflanzung und Naturverjügung. Mehrere Wildschadenvergütungsmassnahmen wurden ausgeführt (Wildschutzzaun, Polynet bei Lä, Chemische Behandlung Fi)
2009 sind im Altbestand Zwangsnutzungen angefallen, das Totholz wurde liegen gelassen
06.07.2016: Erste Besichtigung der potenziellen Gebiete, Festlegung des Standorts
14.07.2016: Bestimmung der Eckpunkte, Vollkluppierung der Weiserfläche, Festlegung der Fotopunkte, NaiS-Formulare Ausfüllen, Bestimmen Standpunkt Kontrollzaun Paar
Nov 2016: Erstellen Kontrollzaun Paar
28.11.2016: Dokumentation Kontrollzaun Paar, Wirkungsanalyse gesamte Weiser Fläche, Auswertung Kontrollzaun Paar
Methoden Beobachtung
Vollkluppierung
Im Jahre 2016 wurde am Rande des Altbestandes einen 6 X 15 Meter langer Kontrollzaun erstellt
Dokumentation
Vollkluppierung
23.11.2022: Beobachtung / Zwischenbegehung
23.07.2024: Beobachtung / Zwischenbegehung
Beobachtungen
Verjüngung: Aufwuchs Fi, Lä, VBe, Es mit DG 40%
Vegetationskonkurrenz: Mässig (DG 40%)
Wildverbiss: Stark
Windwurf 2024; Zaun wurde getroffen
Dokumentation
15.07.2026: Wirkungsanalyse
Beobachtungen
Bestandesgeschichte:
- Natürlich gewachsener Altbestand. Verjüngung fehlt im diffusen Licht.
- Schutzwald Typ A
- Wintereinstandsgebiet und ehemalige WRZ
- Neue WRZ unterhalb Scheid im Jahr 2019 eingerichtet
- 2005 Verjüngungseinleitung à gute Ansamung (v.a. Lä)
- 2007 Pflanzung von 1000 Fi, hohe Vegetationskonkurrenz
- 2007 Wildschutzzaun erstellt und Lä und Fi chem. geschützt
- 2012 Lä mit Schutzrollen gegen Schälen geschützt
- 2016 Vergleichsflächenpaare wurden eingerichtet
- 2021 Verjüngungsförderung
- 2024 einzelne Zwangsnutzungen aufgrund Windwurf im Juni, Zaunreparatur
- 2025 einzelne Zwangsnutzungen aufgrund Windwurf
Beobachtungen:
Gefüge: Genügend entwicklungsfähige Bäume in 3 Klassen, stabile Kleinkollektive
Mischung: 70% Fichte, 30% Lärche, einzelne Vogelbeeren und Tannen
Stabilitätsträger: nicht mehr als 6 starke Hänger pro Hektare im ehm. Holzschlag Kronenlänge min. 1/2
Verjüngung
Keimbett: Im Albestand sind die Flächen mit starker Vegetationskonkurrenz < 1/2
Ansamung/Anwuchs: Verjüngung stellt sich im Kontrollzaun ein Fi 60 %, E Ta, vorhanden
Aufwuchs: keine verhältnismässigen Massnahmen ohne eine Reduktion des Wildbestandes
Erkenntnisse
Fotostandort1: Entwickelt sich liegendes Totholz in verjüngungsgünstigen Standort? Wie lange braucht das Totholzstück dafür?
Mittlerweile ist es auch an der dicken Stelle vermodert. Braucht allerdings noch eine Weile bis es sich zu einem verjüngungsgünstigen Standort entwickelt.
Fotostandort 2: Ist die Bestandesgrenze stabil?
Einige Bäume wurden im Rahmen eines waldbaulichen Eingriffes im Jahr 2021 entfernt. Der bestehende Rand scheint stabil zu sein, obschon noch 3 weitere Fichten dürr geworden sind.
Fotostandort 3/4: Was geschieht mit dem Fichtenstangenholz?
Ist als Einheit stabil.
Fotostandort 5: Wie entwickeln sich Fichten mit Capricol-Schutz? Problem: Wild oder Vegetationskonkurrenz?
Sehr gut, können langsam der Vegetationskonkurrenz entwachsen. Der Wildeinfluss ist deutlich spürbar.
Fotostandort 6: Wie entwickelt sich Jungwuchs, vor allem Lärche?
Die Lärchen entwickeln sich gut, sie sind dem Äser entwachsen. Wie sieht es in Zukunft mit Schälschäden aus?
Fotostandort 7: Wie entwickelt sich Verjüngung im Hintergrund? Diese entwickelt sich gut und üppig.
Fotostandort 8: Wie entwickelt sich Lärchenverjüngung? Wie der Altbestand?
Bei der Lärchenverjüngung sind beträchtliche Zuwächse zu verzeichnen, sie entwickelt sich sehr gut. Der Altbestand ist weiterhin stabil und vital. Eine Fichte droht abzusterben.
Fotostandort 9: Wie entwickelt sich die Verjüngung im Zaun? Welche Baumarten bleiben in und neben dem Zaun erhalten?
Auch die Verjüngung im Zaun entwickelt sich sehr gut. Die Baumartenvielfalt im Zaun ist grösser als ausserhalb des Zaunes (siehe auch V6).
Fotostandort 10: Wie entwickelt sich Verjüngung im und ausserhalb des Zauns? Arten?
Die Verjüngung entwickelt sich sowohl im Zaun, als auch ausserhalb des Zaunes sehr gut. Die Verjüngung im Zaun ist aber deutlich weiter. Fi, Lä, Vbe, Mbe usw.
Fotostandort 11: Wie entwickelt sich geschälte Lärche?
Auch diese Lärche entwickelt sich soweit gut. Die Verletzung ist kaum mehr zu sehen.
Fotostandort 12: Wie entwickelt sich geschälte Lärche?
Sie entwickelt sich langsamer, ist ein bisschen dürr. Aufgrund der Schälung hat sie zwei Seitenäste gemacht.
Zielerreichung
Mischung: Für Zielerreichung Ta ist der Zeitraum zu kurz, im Zaun hat es eine hohe Artenvielfalt
Gefüge: Ziele erreicht, Massnahmen wirksam, Verjüngung entwickelt sich gut
Stabilitätsträger: Beim Stangenholz auf gutem Weg, Altbestand kann nicht mehr beeinflusst werden
Verjüngung:
Im Keimbett fördert zu viel Licht die Konkurrenzvegetation bei zu hohem Wildeinfluss
Anwuchsziele wurde bei der Ta nicht erreicht, es hat aber auch wenig Samenbäume
Im Zaun ist die Verjüngung üppig und artenreichIm Aufwuchs ist Mischung nicht zielgerecht
Wildeinfluss noch zu hoch
Keine verhältnismässigen Massnahmen ohne eine Reduktion des Wildeinflusses
Leitfragen
Bestätigen die Ergebnisse bisherige Erfahrungen und vorhandenes Wissen?
Stimmen die Ergebnisse mit dem vorhandenen Wissen (Lehrmeinung) / euren bisherigen Erfahrungen überein?
Ja, es wurden keine speziellen Erfahrungen gemacht.
Was ist gelungen, was würdet ihr gleichmachen?
Die Entwicklung der Verjüngung ist insgesamt und insbesondere bei der Fichte und der Lärche gelungen. Die durchgeführten Eingriffe können ebenso auf andere Flächen angewendet werden.
Im Hinblick auf den Klimawandel ist es sicher wichtig weitere v.a. klimafitte Baumarten einzubringen, sodass das Risiko auf mehrere «Schultern» verteilt werden kann.
Gilt das auch noch unter dem Einfluss des Klimawandels?
Dies ist derzeit schwierig zu beantworten. Die Tatsache, dass sich hauptsächlich Fichte und Lärche etabliert haben, ist im Hinblick auf den Klimawandel nicht besonders vorteilhaft. Durch die Eingriffe konnte jedoch festgestellt werden, dass es in den Lücken möglich ist, neue Laubbaumarten wie Kirsche, Mehlbeere, Vogelbeere, Esche und Ahorn anzusiedeln, was im Hinblick auf den Klimawandel sehr positiv ist. In Zukunft wird es sicher interessant sein zu beobachten, wie sich die Baumartenzusammensetzung entwickeln wird.
Sollten Anpassungen an der bisherigen waldbaulichen Praxis vorgenommen werden?
Gibt es auch unerwartete / überraschende Ergebnisse?
Nein.
Was ist nicht gelungen? Was würdet ihr anders machen als bisher – und weshalb?
-
Sind Anpassungen auf Grund des Klimawandels erforderlich?
Um weitere Arten einzubringen v.a. auch Lichtbaumarten sind grössere Lücken vorteilhaft. Beobachtungen im Ault digl Guault werden weiterverfolgt.
Sind weiterführende Abklärungen oder Forschungsarbeiten erforderlich?
Welche neuen Fragen sollten weiterverfolgt und überprüft werden?
- Wie entwickelt sich die Baumartenzusammensetzung des Bestands?
- Kann sich die Weisstanne und die Vogelbeere noch etablieren?
- Wie entwickelt sich die Vegetationskonkurrenz und damit einhergehend das Keimbett?
- Wie entwickeln sich die geschälten Lärchen? Neigen sie sich durch die Verletzungen zu Rotfäule?
Gibt es Fragen an die Forschung?
Nein.
4. Sollten die verbindlichen Vorgaben (u.a. NaiS) geprüft oder angepasst werden?
Können die übergeordneten Vorgaben (z.B. NaiS-Anforderungsprofile) eingehalten werden, oder geben sie Anlass zu grundsätzlichen Diskussionen?
Die Lückengrösse sollte grösser sein dürfen, um Lichtbaumarten einbringen zu können.
Stösst man hinsichtlich der Zielsetzung an die Grenzen des Machbaren?
Die Zielsetzung hinsichtlich der Baumartenzusammensetzung von Fichte und Lärche ist umsetzbar. Bei der Tanne und teilweise auch bei der Vogelbeere ist der Wildeinfluss derzeit zu hoch.
Weiteres Vorgehen
Die Fragestellungen bleiben unverändert, aber die Etappenziele werden der bisherigen Entwicklung angepasst.
Es stellen sich andere oder zusätzliche Fragen. Die Etappenziele müssen angepasst werden.
Anpassungen Fragestellungen und Beobachtungssetting?
Fragenstellung Kontrollzaun
Was für Baumarten verjüngen sich innerhalb des Kontrollzauns? --> Ki, Vbe, Lä, Fi, Bah, Es, Mbe
Ist der Wildeinfluss allein dafür verantwortlich, dass im Altbestand keine Verjüngung vorhanden ist? --> Nein, auch Konkurrenzvegetation
Welche Baumarten gibt es nach zehn Jahren noch innerhalb des bereits bestehenden Wildschutzzauns? und ausserhalb des Zauns? --> siehe oben und Fragestellungen Fotodokumentation Ansamung Weisstanne? --> nein keine
Fragestellung Weiserfläche
Sind die stark geschälten Lärchen entwicklungsfähig? --> ja Neigen sie durch die Verletzungen zu Rotfäule? --> ja ein bisschen. Wie sieht es in 10-20 Jahren aus?
Welche Baumarten gibt es nach zehn Jahren noch innerhalb des bereits bestehenden Wildschutzzauns? und ausserhalb des Zauns? --> siehe oben
Wie lange soll der Wildschutzzaun stehen bleiben damit die Verjüngung gesichert ist? --> sicher noch 10 Jahre Wie entwickelt sich der Wilddruck? --> ist weiterhin hoch
Wie soll der Altbestand verjüngt werden, ohne dass Wildschutzvergütungsmassnahmen notwendig sind? --> ist unter den derzeitigen Umständen schwierig Wirkt sich die Wildruhezone negativ auf die Waldverjüngung aus? --> nein
Soll die Wildruhezone verlegt oder aufgehoben werden? --> ja, wurde gemacht. Sorgt für Entlastung, aber das Wild steht im oberen Berich des Ault digl Guault trotzdem noch ein.
Formulare
Dokumentation
Fotos
Fotos vergleichen
Kommentare
Fragen, Anregungen oder Anmerkungen zur Fläche/zum Beobachtungspunkt? «4009 Ault digl Guault»?
Kommentare können nur von angemeldeten Benutzern verfasst werden.