Weiserfläche stillgelegt

GR 6008 Cabbiolo

  • Höhenstufen
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Gemeinde
Lostallo (GR)
Ort
Cabbiolo
Zentrumskoordinaten
2735905 / 1132540
Höhe
470 m
Höhenstufe
Laubwälder der collinen Stufe
Standorttypen
25AB-33B Mesophile Kastanienwälder mit Farn und Mischwälder auf neutraler bis basischer Unterlage NaiS 2A NaiS 2B Tree App
Naturgefahren
Steinschlag NaiS 1
Kontakt
Marco Vanoni, Bereichsleiter Schutzwald & Waldökologie
marco.vanoni@awn.gr.ch
Zusammenfassung
Einrichtungsdatum
03.03.2014
Status
stillgelegt
Wirkungsanalyse
20.05.2022
Gründe / Fragestellungen bei Einrichtung

Stabilitätspflege- Durchforstung mit geziehlter Kronenkürtzung (Pflege) zur sofortigen Stabilitägsverbesserung der Stabilitätsträger im Transit- Auslaufbereich. Liegenlassen bzw. Querlegen und ziehen (Bauen von Schutzwerken) der Stämme und Schlagabraums.

  • Wie entwickelt sich die Schutzwirkung der gekürzten Stabilitätsträger, sowei der Stamm-Astwerke auf die zukünftige Waldverjüngung?

  • Sind die hohen Aufwand und Pflege gerechtfertigt?

Methoden Beobachtung bei Einrichtung

Kluppierung

Chronologie

03.03.2014: Einrichtung

Gründe für Weiserfläche und Fragestellungen

Stabilitätspflege- Durchforstung mit geziehlter Kronenkürtzung (Pflege) zur sofortigen Stabilitägsverbesserung der Stabilitätsträger im Transit- Auslaufbereich. Liegenlassen bzw. Querlegen und ziehen (Bauen von Schutzwerken) der Stämme und Schlagabraums.

  • Wie entwickelt sich die Schutzwirkung der gekürzten Stabilitätsträger, sowei der Stamm-Astwerke auf die zukünftige Waldverjüngung?

  • Sind die hohen Aufwand und Pflege gerechtfertigt?


Bestandesgeschichte/Frühere Bewirtschaftung

Bis nach dem Weltkrieg als Heimweide (licht Waldweide) mit Kastanienfruchtbäumen genutzt . Beweidung durch Ziegenund Schafe. Erst mit der Aufgabe der Landwirtschaftlichen Nutzung hat sich der heuttige Wald eingestelt - Bestandesalter ca. 60-70 Jahre.


Methoden Beobachtung

Kluppierung



20.05.2022: Wirkungsanalyse

Beobachtungen

  • Anhand des Kronenschnittes wurde die Stabilität gefördert, des Weiteren konnte der Jungwuchs dank die nun besseren Lichtverhältnisse gut aufkommen. Beim Kronenschnitt wurde zudem die Bodenrauigkeit (Äste wurden gehäuft liegengelassen um mikrostandorte zu fördern) erhöht, auch dies hat die Verjüngung gefördert. Nun haben wir 7-8 Baumarten die aufkommen.

  • Die Kastanien, welche ein Kronenschnitt bekommen haben, weisen auf dieser Fläche Symptome für Trocken- und Hitzestress auf. Der Ausfall von Kastanien ist überdurchschnittlich.

  • Die Esche, welche ein Kronenschnitt bekommen haben, haben erstaunlich gut reagiert.

  • Nach 8 Jahren wurde noch keine Pflege gemacht, dennoch kommen 8 Baumarten gut auf. Das Problem ist Clematis, diese bedeckt den Jungwuchs und bringt diesen bei Schnee/Nassschnee zu fall.

  • Die Fläche kann man aufteilen. Der obere Teil ist sehr Flachgründig. Da kommt die Ulme nicht auf. Des Weiteren wurden da die Haselsträucher nicht zurückgeschnitten. Diese sind nach dem Kronenschnitt und die darauffolgenden Lichtverhältnisse explodiert und behindern nun den Jungwuchs. Somit sollte man die Haselsträucher bei solchen Eingriffen zurückschneiden. Der untere Teil der Fläche ist eher Tiefgründig. Bei Tiefgründigeren Böden scheint auch die Ulme gut aufzukommen. Im unteren Teil, welcher in der Nähe des Dorfes ist, ist die Palme in der Verjüngung aufzufinden. Diese scheint auch im Schatten zu kommen und kann ein Problem werden (Neophyt). In dieser Fläche waren die Haselsträucher deutlich weniger präsent, die Verjüngung kommt da deutlich besser als im oberen Teil.

  • In naher Zukunft wird ein Erdwall auf dieser Weiserfläche entstehen. Deshalb wird diese Weiserfläche in naher Zukunft verschwinden. Vor diesem Eingriff sollen Luftbilder mit einer Drohne gemacht werden .


Erkenntnisse

  • Die Haselsträucher sollte man bei solchen Eingriffen zurückschneiden, ansonsten wird die Verjüngung gehemmt. Des Weiteren scheint die Ulme in Tiefgründigen Böden besser aufzukommen und die Palme verträgt mehr Schatten als erwartet. Die Verjüngung ist aber anhand eines solchen Holzschlages extrem gut aufgekommen.

  • Entwicklung Schutzwirkung: durch Kronenschnitte und Stamm-Astwerke hat sich die Schutzwirkung deutlich verbessert. Die heutige Schutzwirkung wird als ausreichende beurteilt.

  • Die Stamm-Astwerke aus Kastanienholz sind nach 8 Jahren immer noch wirksam. Die Wirksamkeit wird noch für mind. 30 Jahre erwartet.

  • Die vorhandene Keimlingen konnten sich entwickeln und die Dickungsstufe erreichen.

  • Die Baumartenmischung wird als gut beurteilt.

  • Aufwand-Mehrwert: die Massnahmen werden als Erfolgsreich beurteilt. Auf diesem Grund der Aufwand wird als gerechtfertigt beurteilt.


Leitfragen

1.    Bestätigen die Ergebnisse bisherige Erfahrungen und vorhandenes Wissen?

  • Stimmen die Ergebnisse mit dem vorhandenen Wissen (Lehrmeinung) / euren bisherigen Erfahrungen überein?
    Nein, weil solchen Massnahmen bis 2014 noch nicht gemacht wurden

 

  • Was ist gelungen, was würdet ihr gleichmachen?
    Grundsätzlich würde man alles gleichmachen. Eventuell würde man im oberen Teil gewisse Haselgruppen zurückschneiden. Dies um andere Baumarten zu fördern.

 

  • Gilt das auch noch unter dem Einfluss des Klimawandels? JA. Kastanien muss und kann gefördert werden, aber in solche (südexponierte) Perimetern kann unter trockenheitsstress leiden und ausfallen. Eschenförderung ist auf wegen Eschentriebsterben sehr heikel geworden. Auf diesen Gründen, ist die Förderung der Artenmischung/Vielfalt sehr wichtig.

 

2.    Sollten Anpassungen an der bisherigen waldbaulichen Praxis vorgenommen werden?
Nein. Es ist bekannt, dass in solche Bestände "normale" Verjüngungsschläge nicht erfolgsversprechen sind. Mit Laubbaumarten wie Kastanien, Linde und Bergahorn funktionieren Kronenschnitte sehr gut.

  • Gibt es auch unerwartete / überraschende Ergebnisse?

    Wildverhalt: wegen die weniger dichte Vegetation und die Siedlungsnähe, der Wilddruck während die ersten Jahren nach Eingriff hat sich temporär reduziert.

  • Sind Anpassungen auf Grund des Klimawandels erforderlich?
    JA: Kastanien muss und kann gefördert werden, aber in solche (südexponierte) Perimetern kann unter trockenheitsstress leiden und ausfallen. Eschenförderung ist auf wegen Eschentriebsterben sehr heikel geworden. Auf diesen Gründen, ist die Förderung der Artenmischung/Vielfalt sehr wichtig.

 


Weiteres Vorgehen

Die Fragen konnten geklärt werden. Die Beobachtungen werden abgeschlossen


Kommentare

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