Weiserfläche stillgelegt

GR 3009 Val Mala

  • Höhenstufen
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Gemeinde
Disentis/Mustér (GR)
Ort
Val Mala
Zentrumskoordinaten
2707716 / 1174548
Höhe
1690 m
Höhenstufe
Nadelwälder der subalpinen Stufe (ohne Föhren- und Arvenwälder)
Standorttypen
57V Alpenlattich-Fichtenwald mit Heidelbeere NaiS 2A NaiS 2B Tree App
Naturgefahren
Lawinen NaiS 1
Rutschungen, Erosion, Murgänge NaiS 1
Stichworte Massnahmen
DurchforstungVerjüngung einleiten
Kontakt
Marco Vanoni, Bereichsleiter Schutzwald & Waldökologie
marco.vanoni@awn.gr.ch
Zusammenfassung
Einrichtungsdatum
17.06.2002
Status
stillgelegt
Wirkungsanalyse
06.07.2021
Gründe / Fragestellungen bei Einrichtung

Kollektivpflege mit Verjüngung (Verjüngungseinleitung und -förderung)

siehe Dokumentation

Methoden Beobachtung bei Einrichtung

-

Chronologie

17.06.2002: Einrichtung

Gründe für Weiserfläche und Fragestellungen

Kollektivpflege mit Verjüngung (Verjüngungseinleitung und -förderung)

siehe Dokumentation


Methoden Beobachtung

-


21.08.2013: Beobachtung / Zwischenbegehung

Beobachtungen

  • Dichter Bestand mit spärlicher Bodenvegetation

  • Baumholz 2

  • Labil-stabil

  • Verjüngungseinleitung notwendig (nicht zu stark gegen Süden öffnen, wegen Austrocknungsgefahr)

  • Wildeinfluss spürbar (Lägerstellen)

  • Moderholz vorhanden

Fragen:

  • Entwicklung nach Durchforstung, Verjüngung, Konkurrenzvegetation?

  • Wo kommt die natürliche Verjüngung auf? Gibt es verjüngungsgünstige Standorte?

  • Welcher Rolle spielt das Moderholz?

siehe NaiS-Formulare


06.07.2021: Wirkungsanalyse

Beobachtungen

Im Jahr 2002 konnte auf der Weiserfläche ein dichter Bestand mit spärlicher Bodenvegetation vorgefunden werden. Der Bestand setzte sich aus 100 % Fichte mit vereinzelten Vogelbeeren zusammen. Die Fichten befinden sich im Baumholz 2 und sind in einem labilen Zustand. Zudem ist der Zeitpunkt gekommen, mittels Durchforstung die Verjüngung einzuleiten.

11 Jahre später sah das Waldbild nicht gross anders aus. Die Hauptbaumart ist immer noch die Fichte und die Vegetationskonkurrenz mit Reitgras macht der Naturverjüngung zu schaffen. Verjüngungsgünstige Standorte befinden sich vor allem um Steine, Stöcke und erhöhte Stellen. Trotz der Durchforstung fällt immer noch zu wenig Licht auf den Boden, um eine genügende Naturverjüngung sicher zu stellen.

Im Jahr 2021 zeigt sich der Bestand zu 100 % Fichte mit der Tendenz zur Einförmigkeit. Durch Windwurfereignisse ist die Verankerung der Bäume mässig und es sind vereinzelt Hänger auf der Fläche. Hingegen haben die Wurzelteller einen positiven Einfluss auf das Keimbett der Naturverjüngung, welche Hauptsächlich aus Fichte besteht. Selten trifft man auch auf Vogelbeeren. In den Lücken breitet sich das Reitgras stark aus und verhindert das Aufkommen einer Naturverjüngung. Es ist erfreulich, dass sich sogar die Vogelbeere stellenweise entwickelt, jedoch wird sie vom Wild zurück gedrängt.

 


Erkenntnisse

Beurteilung im Zusammenhang mit der ursprünglichen Fragestellung

Aufgrund der Fragestellung, wie ist die Entwicklung nach der Durchforstung bezüglich Verjüngung und Konkurrenzvegetation, ist festzuhalten, dass sich in den Lücken praktisch keine Verjüngungsansätze zeigen und das Reitgras das Aufkommen einer natürlichen Verjüngung stark hemmt. Betreffend Frage wo kommt die Naturverjüngung hoch, welches sind verjüngungsgünstige Standorte, kann man klar erkennen, dass die Naturverjüngung nur dort eine Chance hat, wo es Rohboden beziehungsweise Moderholz oder Wurzelteller hat. Ansonsten besteht keine Chance für das natürliche Aufkommen. Zur Frage wie entwickelt sich die Naturverjüngung gegenüber der gepflanzten Fläche (kleine Probefläche), kann man festhalten, dass sich die Verjüngung nur auf Rohboden (Wurzelteller) ansamen kann. Die Durchforstung konnte die Verjüngung nicht einleiten, ausser dort wo bereits eine Vorverjüngung vorhanden war, kann sich diese gegenüber dem Reitgras behaupten und kommt gut auf. Leider wurde keine Pflanzung als Beobachtungsfläche vorgenommen.


Leitfragen

1.    Bestätigen die Ergebnisse bisherige Erfahrungen und vorhandenes Wissen?
  • Stimmen die Ergebnisse mit dem vorhandenen Wissen (Lehrmeinung) / euren bisherigen Erfahrungen überein?

Es zeigte sich, das bei kleineren Öffnungen das Wollreitgras sich weniger stark ausbreiten kann. Zudem sollte drauf geachtet werden, dass in den Öffnungen mind. 1 – 1 ½ Stunden Sonnenlicht auf den Boden fällt. Zudem ist zu vermerken, dass auf dieser Fläche, mittels einer Durchforstung auch die Verjüngung eingeleitet werden kann.

  • Was ist gelungen, was würdet ihr gleichmachen?

Die Durchforstung gegen Süden wurde gut gewählt und es bewährte sich, dass auf solchen Flächen mit kleinen Öffnungen die Verjüngung gefördert werden kann.

  • Gilt das auch noch unter dem Einfluss des Klimawandels?

Man würde gleich handeln. Eventuell mit einer Pflanzung von anderen Baumarten eine Mischung zu erhalten.

2.    Sollten Anpassungen an der bisherigen waldbaulichen Praxis vorgenommen werden?
  • Gibt es auch unerwartete / überraschende Ergebnisse?

Nein, da man bereits auf solchen Flächen Erfahrungswerte gesammelt hat. 

  •  Was ist nicht gelungen? Was würdet ihr anders machen als bisher – und weshalb?

Es wäre von Vorteile auf Flächen mit starker Vegetationskonkurrenz mittels einer Pflanzung die Artenvielfalt zu erhöhen und zu fördern. Zudem kann sich so eine gewisse Stufigkeit entwickeln, welche gegenüber Ereignisse wie Windwurf stabiler sind, als einförmige Bestände. 

  •  Sind Anpassungen auf Grund des Klimawandels erforderlich?

Aus heutiger Betrachtung sind keine Anpassungen notwendig.

3.    Sind weiterführende Abklärungen oder Forschungsarbeiten erforderlich?
  • Welche neuen Fragen sollten weiterverfolgt und überprüft werden?

Es gibt keine neuen Fragen, da die Fläche abgeschlossen ist.

  • Gibt es Fragen an die Forschung?

Nein.

4.    Sollten die verbindlichen Vorgaben (u.a. NaiS) geprüft oder angepasst werden?
  • Können die übergeordneten Vorgaben (z.B. NaiS-Anforderungsprofile) eingehalten werden, oder geben sie Anlass zu grundsätzlichen Diskussionen?

Die Vorgaben nach NaiS konnten mehrheitlich eingehalten werden. Leider konnte eine zielgerechte Mischung nicht erreicht werden. Diese wäre möglicherweise mittels einer Pflanzung erreicht worden. Leider hemmt das Reitgras die Ansamung und somit sind die Anforderungen von NaiS bezüglich Verjüngung nicht erfüllt.

  •  Stösst man hinsichtlich der Zielsetzung an die Grenzen des Machbaren?

Betrachtet man den heutigen Zustand der Fläche, so hat man absolut richtig gehandelt. Es ist nicht einfach, die Naturverjüngung aufkommen zu lassen, wenn diese in starker Konkurrenz mit dem Reitgras steht.


Weiteres Vorgehen

Die Fragen konnten geklärt werden. Die Beobachtungen werden abgeschlossen


Fotos

Kommentare

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