GR 2002 Grotzawald
- Gemeinde
- Furna (GR)
- Ort
- Grotzawald
- Zentrumskoordinaten
- 2767383 / 1200488
- Höhe
- 1420 m
- Höhenstufe
- Tannen-Fichtenwälder der hochmontanen Stufe: Haupt- und Nebenareal
- Standorttypen
- 50 Typischer Hochstauden-Tannen-Fichtenwald (Haupt- und Nebenareal) NaiS 2A NaiS 2B Tree App
- Naturgefahren
- Rutschungen, Erosion, Murgänge NaiS 1
Kontakt
- Marco Vanoni, Bereichsleiter Schutzwald & Waldökologie
- marco.vanoni@awn.gr.ch
Zusammenfassung
- Einrichtungsdatum
- 27.09.2018
- Status
- stillgelegt
- Wirkungsanalyse
- Nein
- Gründe / Fragestellungen bei Einrichtung
Keine Verjüngung bzw. Verzögerung der Verjüngung aufgrund der Konkurrenz durch Bodenvegetation oder Wildverbiss
Fragestellung
Zu geringes Öffnen des Altbestandes fördert an diesem steilen Nordhang in erster Linie die Hochstauden und verzögert/verhindert die Waldverjüngung (These Revierförster)?
Die Verzögerung der Verjüngung, wie in den Nachbarflächen ersichtlich, wird in erster Linie durch starken Wildeinfluss verursacht und durch die starke Öffnung des Altbestandes zusätzlich verstärkt (These Regionalforstingenieur)?
- Methoden Beobachtung bei Einrichtung
-
Bestandesbeschreibung 27.09.2018
Bestandesbeschreibung 30.07.2019
Bestandesbeschreibung 09.10.2020
Bestandesbeschreibung 23.06.2021
Bestandesbeschreibung 12.05.2022
Bestandesbeschreibung 31.05.2023
Bestandesbeschreibung 24.06.2024
Bestandesbeschreibung 16.06.2025
Bestandesentwicklung
Chronologie
27.09.2018: Einrichtung
Gründe für Weiserfläche und Fragestellungen
Keine Verjüngung bzw. Verzögerung der Verjüngung aufgrund der Konkurrenz durch Bodenvegetation oder Wildverbiss
Fragestellung
Zu geringes Öffnen des Altbestandes fördert an diesem steilen Nordhang in erster Linie die Hochstauden und verzögert/verhindert die Waldverjüngung (These Revierförster)?
Die Verzögerung der Verjüngung, wie in den Nachbarflächen ersichtlich, wird in erster Linie durch starken Wildeinfluss verursacht und durch die starke Öffnung des Altbestandes zusätzlich verstärkt (These Regionalforstingenieur)?
Methoden Beobachtung
-
Formulare
Dokumentation
09.10.2020: Beobachtung / Zwischenbegehung
Beobachtungen
Die Konkurrenzvegetation hat sich bis zum Aufnahmezeitpunkt im Oktober 2020 gegenüber den Vorjahresaufnahmen stark entwickelt. Daher ist zu berücksichtigen, dass unter diesen Bedingungen einzelne Individuen, im speziellen Keimlinge und sehr tiefer Anwuchs den Augen der aufnehmenden Person leicht entgehen können. Das zum Teil stark aufkommende Farn, Gras und die Himbeeren verunmöglichen es zum Teil feststellen zu können ob es sich um eine oder mehrere Vogelbeeren handeln, da diese unter der der dichten Vegetation aus einem Anwuchs (Stockausschläge und Wurzelbrut) stammen können.
Ende September hat es bis auf ca. 1000 m.ü.M geschneit und die tiefen Temperaturen sorgten dafür, dass der Schnee für einige Tage liegen blieb und die Konkurrenzvegetation zu Boden gedrückt wurde. Der Farn knickte und blieb liegen. Die Himbeeren wurden hingegen weniger in Mitleidenschaft gezogen und standen zum Zeitpunkt der Aufnahmen grösstenteils noch.
Dokumentation
Erkenntnisse
Interpretation der Auswertung und Beobachtungen in der Zaunfläche
Bei allen erfassten Baumarten (Vobe, Bah und Fi) kann festgehalten werden, dass sich der grösste Anteil der einzelnen Individuen seit der Erstaufnahme 2018 vom Keimbett in den Anwuchs und darüber hinaus (>41 cm) entwickelt hat.
Die Anzahl Vogelbeeren konnte sich an allen drei Standorten über die drei Jahre hinweg halten. Nur ganz wenige Individuen blieben auf der Strecke.
Einige Vogelbeeren haben heute bereits eine Höhe von 150cm und mehr.
Eine Aussage über die Entwicklung der Bergahorne, kann nur anhand der Standortaufnahme 1 gemacht werden, da dort bereits 2018 der Bergahorn mit sieben Individuen, in allen drei Entwicklungsstufen vertreten war. Dort konnte sich seit der Erstaufnahme von insgesamt sieben Individuen, vier Stück halten. Wobei die Verteilung der einzelnen Bah in den drei Kategorien (Aufnahme 2019) Fragezeichen aufwirft.
Fichten wurden ausschliesslich am Aufnahmestandort 1 erfasst. Im 2018 wurden sieben Fichten aufgenommen, 2019 drei und 2020 ebenfalls drei.
Betrachtet man in die Fläche von aussen, fällt auf das die verjüngungsgünstigen Standorte rund um Baumstrünke deutlich mehr Anwuchs und Aufwuchs aufweisen, als der Rest der Fläche.
Auswertung und Beobachtungen der Kontrollfläche
Die Vogelbeere ist die am häufigste vertretene Baumart auf allen drei Aufnahmestandorten in der Kontrollfläche.
Es kann festgehalten werden, dass sich der grösste Anteil der einzelnen Individuen seit der Erstaufnahme 2018 vom Keimbett in den Anwuchs und darüber hinaus (>41 cm) entwickelt hat.
Die Anzahl Vogelbeeren konnte sich an den Standorten 5 und 6 gut halten oder nahm zu. Die Zunahme kann in Einzelfällen durch die ungewollte Mehrfachzählung
Nahezu 100% der Vogelbeeren in der Kontrollfläche sind verbissen und weisen einen mehrfach verzweigten Wuchs auf.
Nur einzelne Bergahorne konnten sich halten und diese sind stark verbissen.
Die einzelnen Tannen und Fichten der Vorjahre wurden nicht mehr gefunden.
Die einzige Buche in der Kontrollfläche konnte sich halten, weist aber einen zurückgedrängte Wuchsform auf.
Bei keiner der drei Baumarten konnten Keimlinge gefunden werde. Dies ist mit der zunehmender Dichte und Höhe von Gras, Farn und den Himbeeren zu erklären.
Frische Hirsch-und Rehlosung wurde innerhalb der Kontrollfläche sowie im angrenzenden Hochwald gefunden.
Vergleich von Zaun-und Kontrollfläche
Sowohl die Zaunfläche wie auch die Kontrollfläche, weisen innerhalb ihres Perimeters unterschiedlich starke Vegetation Konkurrenz auf. Wobei diese in beiden Fällen flächendeckend vorkommt.
Die Summe aller Vogelbeeren innerhalb der Aufnahmeradien ist in der Kontrollfläche mit 66 höher als die der Zaunfläche mit 47.
Betrachtet man die Flächen von aussen, fehlen in der Kontrollfläche Vogelbeeren mit mehr als 80 cm Höhe.
Der Verbiss empfindliche Bergahorn ist innerhalb der Zaunfläche deutlich besser vertreten.
Allgemeine Feststellungen
Mit der zunehmenden Krautschicht wird die Erhebung der einzelnen Individuen zunehmend schwieriger, wenn sich diese im Keimbett oder Anwuchs befinden.-> Übersehen
Für kommende Weiserflächen in welchen eine starke Vegetationskonkurrenz zu erwarten ist empfiehlt es sich die jeweiligen Aufnahmeradien mit kleinen Holzpflöcken zu markieren. Dies macht die jährliche Aufnahme deutlich einfacher und exakter.
Die Farbmarkierungen auf den Baumstrünken für das Aufnahmezentrum und den Fotostandort sind eine sehr gute Lösung. Diese sollten alle 2-3 Jahre mit Farbspray erneuert werden. Bei der geplanten Folgeaufnahme im 2021 sind die die Markierungen aufzufrischen.
Aufgrund der starken Konkurrenzvegetation empfiehlt es sich die kommenden Erhebungen (ab 2021) im Frühsommer durchzuführen. So wird jeweils der letztjährige Sommerverbiss und der diesjährige Winterverbiss erfasst.
16.06.2025: Beobachtung / Zwischenbegehung
Beobachtungen
Die Fragestellung der WF ist nicht klar formuliert, sondern leitet sich aus den Thesen in der Dokumentation ab. Die konkreten Fragestellungen sollten daher lauten: Wie gross muss eine Lücke in einem Wald mit Hochstauden sein, damit die Verjüngung funktioniert (Thematik Vegetationskonkurrenz)? Wie entwickelt sich die Verjüngung im Vergleich zu starken/grösseren Eingriffen und feineren Eingriffen.
Die Weiserfläche wurde 2018 durch eine Praktikantin eingerichtet und dokumentiert. Nach einem starken Eingriff in einem Bestand ohne Vorausverjüngung wurde sowohl eine Zaunfläche und Kontrollfläche eingerichtet. Allerdings können die Fragestellungen mit diesem Versuchsdesign nicht beantwortet werden. Es wäre sinnvoll gewesen, ein Vergleichspaar mit unterschiedlichen Behandlungstypen und Eingriffsstärken einzurichten und somit ein Aktuell kann die WF nur zur Beurteilung des Wildeinflusses Informationen liefern (Vergleich Entwicklung der Verjüngung innerhalb versus ausserhalb des Zauns). Diese Fragestellungen werden in TP5-Flächen behandelt.
Fotodokumentation + Abschluss
Erkenntnisse
Es wird entschieden, die WF nicht mehr weiterzuführen. ("kill your darling"). Der Zaun bleibt bestehen, solange es für die Verjüngung notwendig ist. Auf das Flicken der Löcher wird jedoch verzichtet.
Die Einrichtung der WF wurde nicht sehr ausführlich dokumentiert und die Zwischenergebnisse sind nicht "neu", darum wird auch auf eine Erfassung in suisseNaiS verzichtet.
Fotos
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Kommentare
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