GR 3006 Con da Cauras
Contact
- Marco Vanoni, Bereichsleiter Schutzwald & Waldökologie
- marco.vanoni@awn.gr.ch
Résumé
- Date d'installation
- 04.09.2000
- Statut
- fermée
- Analyse des effets
- 02.06.2022
- Raisons du choix de la placette et questions posées à la configuration
siehe Anhang
Fragestellungen:
- Kann sich die natürliche Verjüngung einstellen?
- Wie entwickelt sich die Verjüngung im Bezug auf die Faktoren Vegetationskonkurrenz und Austrockung?
- Ist die Eingriffsstärke vertretbar?
- Méthodes d'observation à la configuration
-
Description du peuplement 04.09.2000
Description du peuplement 26.08.2005
Description du peuplement 30.07.2013
Description du peuplement 23.08.2018
Description du peuplement 18.06.2019
Description du peuplement 02.06.2022
Évolution du peuplement
Chronologie
04.09.2000: Mise en place
Raisons du choix de la placette et questions posées
siehe Anhang
Fragestellungen:
- Kann sich die natürliche Verjüngung einstellen?
- Wie entwickelt sich die Verjüngung im Bezug auf die Faktoren Vegetationskonkurrenz und Austrockung?
- Ist die Eingriffsstärke vertretbar?
Méthodes d'observation
-
Documentation
30.07.2013: Observation/visite intermédiaire
Observations
Weiserfläche wurde im 2000 eingerichtet um den Standortstyp Alpenlattich-Fichtenwald mit Alpenwaldfarn zu beobachten. Auf der Fläche wächst viel Wollreitgras, Heidelbeere, Himbeere und Farne. Die Verjüngung ist jedoch überall bereits vorhanden. Vor allem auf Verjüngungsgünstigen Kleinstandorten wie Moderholz und erhöhten Stellen um Steine. Momentan kommt in diesem nach Osten gerichteten Hang etwas zu wenig Sonne in den Bestand - Schattenhabitus Fi. Der letzte Eingriff in diesem Bestand fanden 2002 Holzschlag mit Seillinie und 2004 Käferholz statt. Die Verjüngung kommt - es braucht jedoch Geduld. Schneegleiten und der Schneeschimmel werfen die Verjüngung wieder zurück - durch das Schneegleiten entstehen jedoch auch günstige Keimbeete. Dort wo einmal eine Fichte aufwachsen kann dient sie den anderen als Vorwald und weitere Fichten finden günstige Bedingungen zum Aufwachsen. Aus heutiger Sicht aus gesehen herrschen hier unproblematische, waldbauliche Verhältnisse - sogar der Wildverbiss hält sich hier im Rahmen. Genügend Verjüngung vorhanden. Frage an die Fläche: Wie wachsen die heute noch offenen Flächen (Farn und Reitgras) ein. Gibt es neue Verjüngungskegel. Wie entwickelt sich die Verjüngung unter den vorhandenen Verhältnissen mit Schneegleiten und Schneeschimmel.
siehe Wirkungsanalyse-Formular (NaiS-Formular 5)
Formulaires
Constatations
siehe NaiS-Formulare
02.06.2022: Analyse des effets
Observations
Folgende Fragen wurden bei der Einrichtung an die Fläche gestellt:
- Wie wachsen die heute noch offenen Flächen (Farn und Reitgras) ein und kann sich die natürliche Verjüngung einstellen?
- Gibt es neue Verjüngungskegel?
- Wie entwickelt sich die Verjüngung unter den vorhandenen Verhältnissen mit Schneegleiten und Schneeschimmel?
- Wie entwickelt sich die Verjüngung in Bezug auf die Faktoren Vegetationskonkurrenz und Austrocknung?
- Ist die Eingriffsstärke vertretbar?
Entwicklung
Beim Ausgangszustand der Weiserfläche von 2000 war die Fichte mit 100% vorherrschend. Es hatte 2 entwicklungsfähige Durchmesserklassen pro Hektare. Der Deckungsgrad betrug 70%, die Lücken waren kleiner als 6a und es hatte eine gesicherte Verjüngung. Im horizontalen Gefüge waren Einzelbäumen und Rotten (Anmerkung: Die Bezeichnung von Kleinkollektiven anstatt Rotten wäre hier wohl passender). Die Länge der Baumkronen betrugen circa eine halbe Baumlänge und es waren nur vereinzelt Hänger vorhanden. An erhöhten Kleinstandorten waren vereinzelt verjüngungsgünstige Keimbette vorhanden, auf denen auch vereinzelt Ansamung/Anwuchs festgestellt wurde. Ca. alle 30m waren Verjüngungsansätze im Aufwuchs vorhanden. Ausser bei der Verjüngung wurde das Minimalprofil erreicht. 11 Jahre nach dem Eingriff fand im 2013 eine erste Wirkungsanalyse statt. Durch den Eingriff der Durchforstung betrug der Deckungsgrad nun 60%. Erfreulicherweise konnte bei der Verjüngung eine positive Entwicklung festgestellt werden. Günstige Keimbette waren an erhöhten Kleinstandorten geschaffen worden und vereinzelt war Moderholz vorhanden. Nur in Mulden wurde das Keimbett als ungenügend bewertet. Auch der Anwuchs hatte zugelegt. Auf 1/3 der verjüngungsgünstigen Stellen war der Anwuchs mit einer zielgerechten Mischung (Fi und Vbe) vorhanden. Beim Aufwuchs konnten ca. alle 20 m Verjüngungsansätze beobachtet werden. Neben der Fichte konnten vereinzelt auch die Vogelbeere festgestellt werden. Letztere stand aber unter Druck des Wildeinflusses. Auf Grund der sehr positiven Entwicklung der Verjüngung wurde ein Pflegeeingriff auf dieser Fläche geplant. Mit einer Rottenpflege sollte eine Einstufigkeit verhindert und ein stabiles Stangenholz erreicht werden. Durch den Pflegeeingriff sollte gleichzeitig auch mehr Licht auf die Verjüngungskegel gebracht werden, da die Fichte teilweise im Schattenhabitus verharrte. Der Pflegeeingriff wurde aus zeitlichen Gründen jedoch nicht durchgeführt.
Die diesjährige Wirkungsanalyse (2022) fand 20 Jahre nach dem Haupteingriff statt. Der Hauptbestand besteht immer noch aus 100% Fichte. Mittlerweile sind 3 Durchmesserklassen pro Hektare vorhanden und der Deckungsgrad ist wieder auf 70% angestiegen. Beim Keimbett ist der Farn als Vegetationskonkurrent von den Zwergsträuchern abgelöst worden. Dies vor allem auf Kuppen. In Mulden ist der Farn auch heute noch vorherrschend. Der grösste Teil der ehemals verjüngungsgünstigen Kleinstandorte ist heute mit An- und Aufwuchs bestockt. Bei der Ansamung/Anwuchs sind auf mehr als die Hälfte der verjüngungsgünstigen Standorten Fichte vorhanden. Die Vogelbeere kommt vereinzelt bis zur Höhe der Zwergsträucher vor, wird dann aber durch das Wild im Höhenwachstum limitiert. Fichten-Aufwuchs ist auf der Fläche alle 5m vorhanden.
siehe NaiS-Formular 5 & Fotodokumentation
Constatations
Wie wachsen die heute noch offenen Flächen (Farn und Reitgras) ein und kann sich die natürliche Verjüngung einstellen?
- In den Farnflächen konnte sich keine Verjüngung einstellen. Dies ist sehr wahrscheinlich nur mit Moderholz möglich. Es finden sich in diesen Flächen auch keine alten Stöcke. Dies deutet darauf hin, dass hier auch früher keine Bäume standen. Durch seitliches Einwachsen können sich die Bedingungen in diesen Flächen verändern und allenfalls positiv beeinflusst werden. Das Reitgras ist zum grossen Teil verschwunden und Zwergsträuchern (Heidelbeere) gewichen. Die Verjüngung konnte sich an erhöhten Standorten und auf alten Stöcken etablieren.
Gibt es neue Verjüngungskegel?
- Wie oben beschrieben konnten neue Verjüngungskegel an verjüngungsgünstigen Kleinstandorten (erhöhte Standorte und Moderholz) entstehen und sich entwickeln.
Wie entwickelt sich die Verjüngung unter den vorhandenen Verhältnissen mit
Schneegleiten und Schneeschimmel?
- Das Schneegleiten und der Schneeschimmel mögen das Aufkommen der Verjüngung zwar verzögern. Das Ausmass ist jedoch für diesen Standort tragbar und unproblematisch. Säbelwuchs konnte nur vereinzelt beobachtet werden.
Wie entwickelt sich die Verjüngung in Bezug auf die Faktoren Vegetationskonkurrenz und Austrocknung?
- Die Austrocknung ist an diesem Standort kein Problem. Dies hängt auch mit der Exposition zusammen. Der Farn kommt nur noch in Mulden vor, verhindert dort jedoch das Aufkommen von Verjüngung. Nebst dem Farn sind die Zwergsträucher (Heidelbeere) die grösste Vegetationskonkurrenz. Auf erhöhten Kleinstandorten und auf Moderholz konnte sich die Verjüngung etablieren. In eher gegen Norden ausgerichteten und grösseren Flächen, ist dem Moderholz eine grössere Bedeutung beizumessen, als in den ostexponierten Flächen.
Ist die Eingriffsstärke vertretbar?
- Die Eingriffsstärke ist vertretbar. Waldbaulich wäre ein weiterer Eingriff wieder möglich und nötig. Die vorhandene Verjüngung braucht mehr Licht, kann jedoch auch noch weitere Zeit mit dem vorhandenen Licht überleben und in Lauerstellung bleiben. Aus betrieblicher Sicht würde dieser Eingriff heute mit einer höheren Eingriffsstärke ausgeführt werden. Dies, um den Zeitpunkt des nächsten Eingriffes um einige Jahre nach hinten zu verschieben. Wenn Vorverjüngung vorhanden ist, würde auch aus waldbaulicher Sicht nichts dagegensprechen. Es müsste jedoch längerfristig ein grösserer Pflegeaufwand in Kauf genommen werden.
Questions guides
Bestätigen die Ergebnisse bisherige Erfahrungen und vorhandenes Wissen?
Stimmen die Ergebnisse mit dem vorhandenen Wissen (Lehrmeinung) / euren bisherigen Erfahrungen überein?
- Ja. Vor allem in Bezug auf die Bedeutung von Moderholz, Öffnungsrichtung mit Morgensonne (Piz Fess) und Öffnungsgrösse.
Was ist gelungen, was würdet ihr gleichmachen?
- Der Eingriff kann als gelungen bezeichnet werden.
Gilt das auch noch unter dem Einfluss des Klimawandels?
- Ja.
Sollten Anpassungen an der bisherigen waldbaulichen Praxis vorgenommen werden?
Gibt es auch unerwartete / überraschende Ergebnisse?
- Nein, der Bestand hat sich wie vorgesehen entwickelt
Was ist nicht gelungen? Was würdet ihr anders machen als bisher – und weshalb?
- Wie bereits oben beschrieben würde aus betrieblicher Sicht der Eingriff stärker erfolgen.
Sind Anpassungen auf Grund des Klimawandels erforderlich?
- Nein. Die Auswirkungen des Klimawandels sind auf dieser Höhe noch nicht wirklich absehbar.
Sind weiterführende Abklärungen oder Forschungsarbeiten erforderlich?
Welche neuen Fragen sollten weiterverfolgt und überprüft werden?
- Es gibt keine neuen Fragen, die Fläche kann somit abgeschlossen werden.
Gibt es Fragen an die Forschung?
- Nein
Sollten die verbindlichen Vorgaben (u.a. NaiS) geprüft oder angepasst werden?
Können die übergeordneten Vorgaben (z.B. NaiS-Anforderungsprofile) eingehalten werden, oder geben sie Anlass zu grundsätzlichen Diskussionen?
- Die Vorgaben nach NaiS konnten eingehalten werden.
Stösst man hinsichtlich der Zielsetzung an die Grenzen des Machbaren?
- Nein, die Zielerreichung ist gut möglich.
Prochaines étapes
Die Fragen konnten geklärt werden. Die Beobachtungen werden abgeschlossen